Uni Basel startet mit 12'015 Studierenden ins Herbstsemester

Am Montag beginnt das Herbstsemester an der Uni Basel. Es werden viele neue Studentinnen und Studenten erwartet.

Studenten in einer Vorlesung an der Uni Basel.

Studenten in einer Vorlesung an der Uni Basel.

An der Universität Basel beginnt am kommenden Montag für 12'015 Studierende das Herbstsemester 2019. Erwartet werden fast 1800 Studierende, die neu in die Uni eintreten. Von ihnen beginnen 1465 ihr Bachelorstadium.

Weil die Immatrikulation noch nicht abgeschlossen ist, werde die Gesamtzahl der Studierenden bis im Oktober noch steigen, teilte die Universität Basel am Donnerstag mit. Im Herbstsemester 2018 waren insgesamt 12'673 Studierende eingeschrieben. Mit einer Zunahme rechnet die Universität Basel namentlich bei den Eintritten auf Bachelorstufe, wo 2017 und 2018 wegen Harmos ein Rückgang verzeichnet werden musste. Schon jetzt sind für diese Stufe 115 Studierende mehr eingeschrieben als vor Jahresfrist.

Universität Basel schliesst Rechnung mit einer schwarzen Null ab

Die Universität Basel weist in ihrer Rechnung 2018 ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Dafür massgebend war vor allem eine Steigerung bei den Drittmitteln, wie die Universität am Mittwoch bekannt gab.

Im Rechnungsjahr 2018 verbuchte die Universität Basel einen Gesamtaufwand von 729,9 Millionen Franken. Diesem standen Erträge von 730,5 Millionen gegenüber, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Unter dem Strich bleibt also ein Überschuss von 0,6 Millionen Franken. Im Budget hatte die Universität noch mit einem Defizit von 0,9 Millionen Franken gerechnet.

Im Jahresbericht der Universität wird das positive Ergebnis vor allem auf zwei Faktoren zurückgeführt: Zum einen konnten die Drittmittel auf die Rekordhöhe von 171,9 Millionen Franken gesteigert werden (2017: 157,7 Millionen). Sie machen 23,5 Prozent der Erträge aus.

Sparprogramm geht weiter

Zum andern hat die Universität weiter bei den Ausgaben gespart. Unter anderem seien vakante Professuren nicht neu besetzt und Zusprachen für Lehr- und Forschungskooperationen reduziert worden. Diese zum Teil scharf kritisierten Sparmassnahmen wurden nötig, weil die paritätisch auftretenden Trägerkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft ihre Beiträge kürzten - um 12,4 Millionen Franken bis 2021.

Mit 332,5 Millionen Franken oder 45,5 Prozent trugen die Trägerkantone aber nach wie vor den grössten Anteil am Gesamtertrag. Der Anteil des Bund belief sich auf 12,7 Prozent oder 93,1 Millionen Franken. Weitere 78,5 Millionen Franken oder 10,7 Prozent stammten gemäss der interkantonalen Universitätsvereinbarung von weiteren Kantonen, die Studierende nach Basel schicken.

Weniger Studierende

Im Jahr 2018 ist die Anzahl der Studierenden oder Doktoranden um 200 oder 1,5 Prozent auf 12'673 Personen gesunken. Als «beunruhigend» taxiert die Universität in ihrem Jahresbericht der starke Rückgang bei den Bachelorstudierenden von 6402 auf 6069 Personen. Dieser Rückgang habe nur teilweise durch ein Plus bei den Masterstudierenden ausgeglichen werden können.

Uni Basel legt Entwurf für Strategie 2022-2030 vor

Die Universität Basel will sich gemäss einer Mitteilung vom Freitag weiterhin als «ausgezeichnete Lehr- und Forschungsinstitution» positionieren. Dabei wird die regionale Verankerung als ebenso wichtig erachtet wie die internationale Vernetzung.

Ihren Studierenden will die Uni Basel ein «anspruchsvolles, vielseitiges Studium» ermöglichen. Mit wissenschaftlichen Höchstleistungen will die Hochschule zudem in den nächsten Jahren ihre internationale Sichtbarkeit und Attraktivität weiter steigern.

Think Tank für neue Forschungsgebiete

Die Uni will sich dabei nicht auf ihre bestehende Forschungsgebiete beschränken, sondern auch neue Themen erschliessen. Dazu soll ein Think Tank geschaffen werden, der das Rektorat in solchen Fragen berät. Um bestimmte Forschungsgebiete zu stärken, will die Uni Basel verstärkt mit andern universitären Hochschulen im In- und Ausland zusammenarbeiten.

Eine zentrale Rolle will die Uni Basel künftig im regionalen Innovationssystem einnehmen. Dabei soll die Gründung von Spin-offs und Start-ups gefördert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen verstärkt werden. Die Freiheit von Lehre und Forschung soll dadurch aber nicht in Frage gestellt werden, wie es im Communiqué heisst.

«Forum Basiliense»

Das Strategiepapier enthält auch zwei konkrete Projekte. So soll im Rahmen des Eucor-Verbundes von fünf Hochschulen am Oberrhein der europaweit führende Innovationscluster für Life Sciences entstehen. Neben der Universität Basel gehören dem trinationalen Eucor-Verbund auch die Universitäten Freiburg, Haute-Alsace, Strassburg und Karlsruhe an.

Ein weiteres Projekt ist die internationale Plattform «Forum Basiliense». Im Rahmen internationaler Projekte sollen dort aktuelle, politisch, ökonomisch und wirtschaftlich relevante Fragen behandelt werden.

Mehr Geld nötig

Um ihre Strategie umsetzen zu können, braucht die Universität Basel mehr Geld. Sie will deshalb ihre Finanzierungsbasis erweitern und mehr Drittmittel beschaffen. Dazu will sie das Fundraising ausbauen und professionalisieren. Gleichzeitig sei sie aber auch auf genügend Unterstützung der beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland und des Bundes angewiesen, hält die Uni fest.

Der vom Universitätsrat verabschiedete Entwurf der Strategie 2022-2030 geht nun innerhalb der Universität in die Vernehmlassung. Die definitive Fassung soll im Herbst vorliegen. Sie bildet auch eine der Grundlagen für die Verhandlungen mit den Trägerkantonen über die Leistungsperiode 2022-2025.

Neues Gästehaus für Uni Basel dank Millionenspende

Die Bauarbeiten für das neue Gästehaus werden am Freitag nächster Woche mit dem symbolischen Spatenstich in Angriff genommen, wie die Universität am Mittwoch bekannt gab. Erstellt wird am Nonnenweg 56 ein vierstöckiges Gebäude mitsamt einem Attikageschoss, wie auf Anfrage zu erfahren war.

Die zwölf Wohnungen im Neubau sollen Forschenden aus aller Welt temporär zur Verfügung gestellt werden. Zum Zuge kommen sollen also Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für ein paar Wochen oder Monate in Basel weilen, nicht aber während Jahren, wie es weiter hiess. Die bestehenden drei Gästehäuser bleiben bestehen.

Realisation ohne Spende nicht möglich

Errichten kann die Universität Basel das neue Gästehaus dank dem Mäzen Hans Heiner Zaeslin. Mit den sechs Millionen Franken, die Zaeslin zur Verfügung stellt, werden nach Auskunft der Universität die Kosten für den Neubau mitsamt Landerwerb vollständig gedeckt. Ohne die Spende hätte die Uni das Projekt nicht realisieren können.

Zaeslin, 1929 geboren, war Direktor bei der früheren Sandoz. 2007 ernannte ihn die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Basel zum Ehrendoktor. Die Auszeichnung erhielt er gemäss der damaligen Laudatio namentlich dafür, dass er an der Uni ein nach ihm benanntes Programm ins Leben gerufen und finanziell unterstützt hat.

Bei diesem Programm handelt es sich um das Lehrangebot «Law and Economics». Dieses bildet die Grundlage für einen regen Austausch der Universität Basel mit Spitzen-Universitäten aus den USA. Zudem können Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen und der juristischen Fakultät dank dem Zaeslin-Programm aktiv in Kontakt treten mit amerikanischen Lehrinhalten und -methoden, wie es in der Laudatio weiter hiess.

vdb/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...