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Misshandlungen im TurnsportUnd jedes Mal heisst es: Einzelfall

Acht Turnerinnen klagen die unwürdigen Trainingsmethoden beim Schweizerischen Turnverband an. Und machen deutlich: In all den Jahren hat sich an der Spitze wenig geändert.

Strenger Blick, unwürdige Trainingsmethoden: Iliana Dineva ist eine von inzwischen vielen Trainerinnen und Trainern, die vom Schweizerischen Turnverband entlassen werden mussten.
Strenger Blick, unwürdige Trainingsmethoden: Iliana Dineva ist eine von inzwischen vielen Trainerinnen und Trainern, die vom Schweizerischen Turnverband entlassen werden mussten.
Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Es ist mehr als die Aussage einer Zeugin. Es ist eine Anklage. Ein Aufschrei. «Ich wurde fertiggemacht. Ich sei als Mensch unfähig, ich sei dumm. Man sagte mir, immer vor allen anderen: Was ich eigentlich das Gefühl hätte, wer ich sei, eine Topturnerin?!»

Das Zitat stammt von Lynn Genhart. Einst war die Zürcherin eine der Hoffnungen im Schweizer Kunstturnen, ehe sie 2019 zurücktrat. Überraschend, mit erst 17 Jahren.

Nun brach auch sie ihr Schweigen und trug ihren Teil bei zu den «Magglingen-Protokollen», die am Samstag als grosse Titelgeschichte im «Magazin» der Tamedia-Zeitungen erschienen sind. In einer aufwendigen Recherche klagen acht frühere Kunstturnerinnen und Rhythmische Gymnastinnen die Trainingsmethoden in ihren Nationalkadern an. Sie berichten von seelischem Missbrauch, von Beleidigungen und Erniedrigungen. Viele von ihnen leiden bis heute – auch körperlich.

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