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Kommentar zu Corona-EinreisesperrenUnd ewig lockt das Reduit

Statt endlich die Risikogruppen zu isolieren und eine internationale Strategie zur Corona-Bekämpfung zu entwickeln, bringt jedes Land immer neue flächendeckende Bekämpfungsmassnahmen. Wir sind wieder auf dem Niveau «Abschottung statt Völkerbund» angelangt.

Während des Lockdown im Frühling 2020 half auch die Armee bei der Grenzsicherung mit und bei der Kontrolle, wer ins Land einreisen darf und wer nicht. Es war die grösste Grenzbesetzung seit dem Zweiten Weltkrieg.
Während des Lockdown im Frühling 2020 half auch die Armee bei der Grenzsicherung mit und bei der Kontrolle, wer ins Land einreisen darf und wer nicht. Es war die grösste Grenzbesetzung seit dem Zweiten Weltkrieg.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

Es war die letzte Rettung, die Henri Guisan, General der Schweizer Armee, angesichts eines übermächtigen Feindes während des Zweiten Weltkrieges noch sah: Rückzug in eine Alpenfestung. «Reduit» nennen die Schweizer diese Strategie. Der Vorschlag der schweizerischen Parteipräsidenten von letzter Woche, von jedem an der Grenze einen Corona-Test zu verlangen, wenn er in unser Land will, kommt einer Einreisesperre gleich und scheint genau dieser Abschottungsmentalität gemäss Guisan zu entspringen. Ohnehin kämpft wieder jedes Land für sich. Die Verzweiflung in den Köpfen der Politiker muss gross sein und dem Prinzip folgen: Wenn die Ideen ausgehen oder die Angst übermächtig wird – Luke zu und einigeln.

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