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Geldwäsche-Fall wird aufgerolltNeuer UBS-Chef gerät ins Visier der niederländischen Justiz

Die Staatsanwaltschaft in Amsterdam untersucht Ralph Hamers Rolle in einem Geldwäsche-Fall während seiner Zeit als Chef von ING.

Ralph Hamers löste im November den langjährigen UBS-Chef Sergio Ermotti ab: Pressekonferenz in Zürich am 1. November 2020.
Ralph Hamers löste im November den langjährigen UBS-Chef Sergio Ermotti ab: Pressekonferenz in Zürich am 1. November 2020.
Foto: Walter Bieri (Keystone) 

Der neue UBS-Chef, Ralph Hamers, wird von seiner Vergangenheit bei ING eingeholt. Die niederländische Justiz rollt einen 2018 mit einem Vergleich beigelegten Geldwäsche-Fall während seiner Zeit als ING-Chef neu auf, wie die Grossbank am Mittwoch mitteilte.

Ein niederländisches Gericht habe angeordnet, dass die Staatsanwaltschaft Hamers Rolle in der Sache untersuche. «UBS hat volles Vertrauen in die Fähigkeit von Ralph Hamers, UBS zu führen», erklärte das Institut weiter.

UBS-Präsident Axel Weber unterstrich das Bekenntnis zu Hamers, der im November den langjährigen UBS-Chef Sergio Ermotti abgelöst hat, in einer Mitteilung an die Mitarbeiter. Die UBS habe im Rahmen ihrer Beurteilung von CEO-Kandidaten Hamers Hintergrund umfassen überprüft.

Dazu habe auch eine Bewertung des Geldwäsche-Falls bei seinem früheren Arbeitgeber ING durch unabhängige Dritte gehört. «Wir waren mit den Ergebnissen dieser unabhängigen Beurteilungen und der damaligen Einschätzung des niederländischen Staatsanwalts vollauf zufrieden», so der UBS-Präsident.

Geldwäsche-Fall wird neu aufgerollt

ING musste 2018 wegen mangelnder Kontrolle von Kundenkonten 775 Millionen Euro zahlen. Es war die grösste Geldwäschestrafe in der niederländischen Geschichte. Die Staatsanwälte hatten dem Institut vorgeworfen, Geldwäsche und andere über ihre Konten laufenden strafbare Aktivitäten über Jahre nicht entdeckt zu haben.

Das Verfahren endete zwar mit einem Vergleich, doch ein niederländisches Gericht setzte die Untersuchung fort, weil Investoren mit dem Entscheid nicht zufrieden waren.

«Das Gericht hält es für wichtig, dass in öffentlichen Strafverfahren der Standard bestätigt wird, dass Manager einer Bank nicht ungestraft davonkommen, wenn sie tatsächlich für verbotenes Verhalten verantwortlich sind», erklärte das Berufungsgericht in Den Haag.

Die Anleger reagierten gefasst auf die Nachricht. Die UBS-Aktie notierten am Mittwochmorgen 0,3 Prozent im Plus, während ING 1,2 Prozent anzogen.

Reuters/sep

13 Kommentare
    Marco Moser

    "Neuer UBS-Chef gerät ins Visier der niederländischen Justiz"

    Kein Problem, die Verfahrenskosten wird, wie üblich auf der Flughöhte, ganz sicher durch die UBS getragen.