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Aufruf zu doppelter StimmabgabeTwitter verpasst Trump-Tweet erneut Warnhinweis

Der US-Präsident hat in einem Beitrag auf Twitter dazu ermuntert, bei der Wahl im November zweimal abzustimmen. Das Social-Media-Unternehmen hat den Tweet nun mit einer Warnung versehen.

US-Präsident Trump kritisiert Briefwahl immer wieder als besonders betrugsanfällig, ohne dafür aber Belege vorzulegen.
US-Präsident Trump kritisiert Briefwahl immer wieder als besonders betrugsanfällig, ohne dafür aber Belege vorzulegen.
Foto: Andrew Harnik (Keystone) 

Twitter hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump, die als Ermunterung zur doppelten Stimmabgabe bei der Wahl im November verstanden werden könnte, erneut mit einem Warnhinweis versehen. Der Tweet verstosse gegen Richtlinien zur Wahrung der Integrität der Wahl, erklärte das Unternehmen am Samstag. Trumps Tweet war an die Bürger im Bundesstaat North Carolina gerichtet. Der Präsident ermunterte Briefwähler, sich am Tag der Abstimmung trotzdem ins Wahllokal zu begeben, um sich der korrekten Zählung der eigenen Stimme zu versichern. Im Problemfall sollten die Bürger dann vor Ort nochmals abstimmen, damit keine Stimme verloren gehe, schrieb er.

Auf Twitter wird die Nachricht des US-Präsidenten hinter einem Warnhinweis versteckt.
Auf Twitter wird die Nachricht des US-Präsidenten hinter einem Warnhinweis versteckt.
Foto: Screenshot Twitter
Erst nach einem weiteren Klick wird der Inhalt des Tweets offenbart.
Erst nach einem weiteren Klick wird der Inhalt des Tweets offenbart.
Foto: Screenshot Twitter

Twitter verwies darauf, dass es in North Carolina illegal ist, zwei Mal zu wählen. Trump postete seine Botschaft auch auf Facebook. Facebook versah die Nachricht mit dem Hinweis, dass Briefwahl in der Vergangenheit als vertrauenswürdig galt und auch in diesem Jahr keine anderweitigen Prognosen vorlägen.

Auch Facebook hat den Beitrag mit einem Warnhinweis versehen.
Auch Facebook hat den Beitrag mit einem Warnhinweis versehen.
Foto: Screenshot Facebook

Trump kritisiert Briefwahl immer wieder als besonders betrugsanfällig, ohne dafür aber Belege vorzulegen. Der Republikaner hatte bereits Ende vergangenen Monats Briefwähler zum Versuch ermutigt, bei der Wahl im November zusätzlich auch im Wahllokal abzustimmen, und damit für einen Eklat gesorgt.

Die Demokraten um den Präsidentschaftskandidaten Joe Biden fordern angesichts der Corona-Pandemie, eine Briefwahl möglichst vielen Amerikanern zu ermöglichen. Trumps ablehnende Haltung könnte auch damit zu tun haben, dass Anhänger der Demokraten Umfragen zufolge eher zur Briefwahl neigen. Nach einer Befragung des Instituts Pew von Ende August würden 58 Prozent der Wähler, die für Biden stimmen wollen, Briefwahl bevorzugen. Das gilt demnach nur für 19 Prozent der Wähler, die ihre Stimme Trump geben wollen.

SDA/sep

39 Kommentare
    Sascha Wildi

    Ich staune in diesem Forum immer wieder, wie viele Mensche in der Schweiz, die so stolz auf die Demokratie ist und man annehmen müsste, dass jeder weiss wie eine Demokratie funktioniert, den Aufruf eines Staatsoberhauptes zum Wahlbetrug befürwortet und verteidigt. Mir wird schlecht zu wissen, dass es solche Menschen in der Schweiz gibt und mit wird übel, dass sich ausgerechnet diese Menschen in der Regel für die einzig wahren Patrioten halten.