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CoronakriseTrump will erneut Negativzinsen für die USA

US-Präsident Donald Trump widerspricht seinem Notenbankchef Jerome Powell, der keine Minus-Zinsen anstrebt.

«Andere Länder bekommen Geld, wir sollten in der gleichen Situation sein»: US-Präsident Donald Trump. (13. Mai 2020)
«Andere Länder bekommen Geld, wir sollten in der gleichen Situation sein»: US-Präsident Donald Trump. (13. Mai 2020)
Keystone/Doug Mills

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut für Negativzinsen ausgesprochen. Trump sagte am Mittwoch, dass er Leitzinsen unter null Prozent möge. Er sei davon überzeugt, dass die USA solche Negativzinsen haben sollten.

Er sei damit anderer Meinung als US-Notenbankchef Jerome Powell, der keine Minus-Zinsen anstrebe. Trotz der Differenzen habe er aber den Eindruck, dass sich Powells Leistung als Zentralbankchef verbessert habe. Powell habe zuletzt einen «sehr guten Job gemacht», ergänzte Trump. Der Republikaner hatte Powells Arbeit zuvor mehrmals kritisiert.

Geld für Schulden

Anstatt für Kredite zahlen zu müssen, würde die US-Regierung dann mit ihren Schulden Geld verdienen, sagte Trump am Mittwochabend im Weissen Haus weiter. Das gelinge zum Beispiel Ländern wie Deutschland und Japan, die im internationalen Wettbewerb ja Konkurrenten der USA seien, sagte der US-Präsident. «Andere Länder bekommen Geld, und ich glaube, wir sollten in genau der gleichen Situation sein», sagte Trump.

Trump hat die US-Währungshüter bereits zum wiederholten Mal aufgefordert, Negativzinsen einzuführen. An den Börsen beginnen Investoren inzwischen, auf Sätze unterhalb von null Prozent zu wetten. Negativzinsen gelten in der Geldpolitik als unkonventionelles Instrument, um in den Coronavirus-Krisenzeiten die Kreditvergabe der Banken an die Wirtschaft anzukurbeln. Die Federal Reserve hatte ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld bereits auf die Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt und umfangreiche Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft in Billionenhöhe aufgelegt.

(SDA / chk)