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Interview zur Situation der Spitäler«Triagen sind zu befürchten»

Medizinprofessor Daniel Scheidegger sieht schwere ethische Konflikte auf die Schweiz zukommen – bis hin zur Frage, wer überhaupt noch in ein Spital aufgenommen wird.

So wie damals, so jetzt wieder: Intensivstation des Kantonsspitals Freiburg im März 2020.
So wie damals, so jetzt wieder: Intensivstation des Kantonsspitals Freiburg im März 2020.
Foto: Keystone

Einen Teil dieses Interviews führten wir bereits Mitte März, als mit der ersten Corona-Welle ein Notstand in den Spitälern drohte. Nun sind wir wieder so weit. Zur grundsätzlichen Erklärung der Schweizer Triage-Philosophie kommen neue Fragen zur aktuellen Triage-Wahrscheinlichkeit, zu den Corona-Medikamenten oder zur Unterstützung der Pflegenden.

Halten Sie es für wahrscheinlich, dass es nun tatsächlich zu Triagen kommt wegen Covid?

Ich bin kein Hellseher, aber bei dem jetzigen ungebremsten Anstieg an neuen Covid-Fällen und dem damit verbundenen Anstieg an Hospitalisierungen ist es zu befürchten. Unsere Richtlinien, falls dann nötig, ermöglichen aber nur eine gleiche Triage über die ganze Schweiz bei Patientinnen und Patienten, die eine intensivmedizinische Betreuung benötigen. Sehr rasch wird sich aber die gleiche Frage für Überwachungsstationen, normale Bettenstationen oder sogar für den Eintritt in ein Spital stellen. Dafür sind bisher keine national gültigen Regeln erarbeitet worden oder in Planung.

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