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Primarschule verschmiertTodeswunsch für Bubendörfer Lehrer

Unbekannte versprühten ein Schulhaus und eine Coop-Filiale in Bubendorf mit Nazi-Parolen.

Nazi-Parolen, Obszönitäten, eine Beschuldigung und der Wunsch nach einem langsamen Tod: Der Eingang der Primarschule Sappeten in Bubendorf.
Nazi-Parolen, Obszönitäten, eine Beschuldigung und der Wunsch nach einem langsamen Tod: Der Eingang der Primarschule Sappeten in Bubendorf.
Foto: zvg

In Bubendorf versprühten Unbekannte in der Nacht auf Samstag den Eingangsbereich, die Fassade und Fenster des Primarschulhauses Sappeten.

Zu sehen sind allerlei Parolen und Zahlencodes mit Nazi-Bezug, aber auch etliche Beschimpfungen und Schmähungen gegen einzelne Lehrer. Gegen einen der Lehrer wird die Behauptung erhoben, er schaue Mädchen unsittlich an und masturbiere dazu. Schulleiter Ueli Nick bezeichnet die Vorwürfe als haltlos und frei erfunden. Auch ein langsamer Tod wird den Lehrern gewünscht.

Wer sind die Vandalen? Nick sagt dazu: «Wir vermuten keine aktuellen Schüler der dritten bis sechsten Klasse, sondern ehemalige Schüler als Täter.» Weil die Schmierereien relativ hoch angebracht worden seien sowie aufgrund der Tatsache, dass die erwähnten Lehrer teilweise nicht mehr an der Schule unterrichteten. Von den betroffenen Lehrern wollte der eine auf Anfrage nicht Stellung nehmen, der andere war nicht erreichbar.

Suche nach Hinweisen

Die Gemeinde reichte bei der Polizei bereits am Samstag Anzeige gegen unbekannt ein. Bei den erwähnten Lehrern seien keine entsprechenden Konflikte oder Vorgeschichten bekannt, sagt Nick. Dass sich Jugendliche abends oder an Wochenenden auf dem Areal aufhalten und hin und wieder Abfall produzieren würden, sei man sich gewohnt. In seiner elfjährigen Zeit als Schulleiter habe er aber keinen derartigen Fall von Vandalismus erlebt. «Wahrscheinlich war hier auch Alkohol im Spiel», sagt er.

Der Schulleiter orientierte in einer Mitteilung sämtliche Angestellten der Schule, die Eltern sowie die Gemeindeverwaltung, wie mit der jungen Schülerschaft darüber gesprochen werden soll. Unter anderem will die Schule vermitteln, dass solche Aktionen keine Konflikte zu lösen vermögen. Nick rief ausserdem dazu auf, sich mit möglichen Hinweisen bei der Schulleitung zu melden.

Neben der Schule wurde auch die Coop-Filiale in Bubendorf verschmiert, wie die Baselbieter Polizei mitteilte. Der Sachschaden in beiden Fällen belaufe sich insgesamt auf mehrere Tausend Franken. Die Polizei bittet allfällige Zeugen, sich zu melden.

5 Kommentare
    Hansruedi Balschbacher

    Dass die Täter nicht die aktuellen Primarschüler sind, dürfte wohl klar sein.