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AboAnti-Impf-Doku
Til Schweiger: Tochter «beschädigt» durch Impfung

Für Kinder sei das Coronavirus «absolut harmlos»: Til Schweiger am Zurich Film Festival im October 2020 in Zurich.
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Mit seinen Äusserungen im Dokumentarfilm «Eine andere Freiheit» hat der deutsche Schauspieler und Regisseur Til Schweiger bereits Kritik auf sich gezogen. Dass Kinder und Jugendliche in Deutschland gegen Covid-19 geimpft werden sollen, findet er «entsetzlich», sagt er im Trailer, der inzwischen über 300’000-mal angeklickt wurde. Für Kinder sei das Coronavirus «absolut harmlos». Mit Gesetzesänderungen werde die Bevölkerung in Deutschland ausserdem «erpresst».

In einer knapp 80-minütigen Vorabversion wird Schweiger deutlich persönlicher. So leide eine seiner Töchter seit der Impfung gegen die Schweinegrippe 2009/2010 an Narkolepsie. Diese Spätfolge trat gemäss Studien in seltenen Fällen durchaus auf. 2015 waren rund 1300 Fälle wegen des Impfstoffs Pandemrix bekannt.

Damals habe er «alles geglaubt» und sich nicht informiert über allfällige Nebenwirkungen, sagt Schweiger. Seine Tochter habe im Schlaflabor die Diagnose Narkolepsie erhalten. «Ich habe eine meiner Töchter beschädigt», sagt Schweiger. «Das verzeihe ich mir eigentlich gar nicht.»

«Ihr könnt nicht in die Zukunft schauen»

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) seit Mitte August das Impfen von Jugendlichen ab 12 Jahren. Laut der Kommission würden die Vorteile der Impfung im Vergleich zu sehr seltenen Nebenwirkungen überwiegen.

Aufgrund seiner Erfahrung mit der Schweinegrippe sieht Schweiger die Impfung sehr kritisch. Wenn man «normal» denke, so Schweiger, dann könne ja niemand wissen, welche Folgen die Covid-19-Impfung bei Kindern habe. «Ihr könnt ja nicht in die Zukunft schauen», sagt er mit Blick auf die Pharmaindustrie und die Befürworter der Impfung für Kinder.

Gedreht hat «Eine andere Freiheit» die österreichische Regisseurin Patricia Marchart, die verschiedene Filmbeiträge zum Thema Kinderrechte hergestellt hat. Unterstützt wird der Film vom Verein Zukunft Kinderrechte. Kameramann Georg Sabrasky ist Organisator einer österreichischen Initiative, die möchte, dass eine «Wiedergutmachung» für die Corona-Massnahmen erfolgt. Auch Österreich empfiehlt die Impfung für Kinder von 12 bis 15 Jahren.

Die Kinder solle man bitte in Ruhe lassen: Die Schweizer Schauspielerin Miriam Stein. 

In «Eine andere Freiheit » kommen auch Protagonisten der umstrittenen Aktion #allesdichtmachen vor. Die Schweizer Schauspielerin Miriam Stein wendet sich im Interview energisch gegen das Impfen von Kindern und veräppelt dabei auch die gesungene Impfkampagne der österreichischen Gesundheitskasse. «Wieso braucht eine effektive Impfung eine Werbekampagne?» Die Kinder solle man bitte in Ruhe lassen, so Stein.

Die Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche scheint besonders Schauspielerinnen zu beschäftigen. So sagt Nina Proll, sie wolle ihr Kind keinem «Experiment» aussetzen. Eva Herzig zeigt sich fassungslos über die Kampagne «Impfen ist Liebe» des deutschen Roten Kreuzes. Beide berichten von Schwierigkeiten mit ihrer Arbeit am Filmset, wo es neuerdings nicht mehr reiche, sich auf eine Covid-Erkrankung testen zu lassen.

Regisseur Dietrich Brüggemann, einer der Männer hinter #allesdichtmachen, formuliert eine scharfe Kritik an den Medien, die mit «einfühlsamen Reportagen» die Folgen von Covid-Erkrankungen thematisieren würden, aber die massiven Schäden ausblendeten, die der Lockdown angerichtet habe. Diese würden speziell Menschen treffen, die anstrengende Jobs verrichteten, und denen nehme man nun auch noch «Fussball und Kneipe» weg. Journalisten und Politiker hätten keine Ahnung von den normalen Leuten, die in kleinen Wohnungen lebten, so der Drehbuchautor Brüggemann.

Diese normalen Arbeiter und Arbeiterinnen kommen in «Eine andere Freiheit» allerdings auch nicht vor. Stattdessen reden Berühmtheiten wie Til Schweiger über Ungleichheit oder das «Brainwashing» in der Kindersendung «Sesamstrasse». Die Opernsängerin Nina Adlon kritisiert einen faktischen Impfzwang.

Durcheinander der Argumente

Von ihren Erfahrungen berichten einige Jugendliche, die sich zum Teil nicht impfen lassen wollen und deswegen Einschränkungen in ihrem Freizeitleben erfahren oder ein Praktikum nicht antreten können.

Stellenweise bemüht sich «Eine andere Freiheit» um Ausgewogenheit. Der österreichische Kinderarzt Reinhold Kerbl argumentiert, Kinderschutz sei Schutz für alle. Kinder müsse man nämlich gar nicht impfen, wenn sich alle über 50-Jährigen stechen lassen würden. Da das nicht der Fall sei, gehe man ein Risiko ein.

Solchen Aussagen stellt der Film dann aber viele, teils tendenziöse Äusserungen von Impfkritikern und Impfkritikerinnen aus Medizin und Psychiatrie entgegen. So seien Daten aus Impfstudien nicht zugänglich, oder es stelle sich die Frage, wieso man Kinder gegen ein Virus impfen müsse, das sie nicht bemerken würden. Dies steht im Gegensatz zu Berichten über Folgeerkrankungen bei Kindern wie Pims.  Im Durcheinander der Argumente kommen auch die Maskenpflicht, das Bildungsdefizit von ärmeren Familien, Zwangsstörungen von Jugendlichen sowie «verwerfliche» Kriegsvideogames vor, die die Teenager nun die ganze Zeit spielen würden.

«Eine andere Freiheit» endet mit dem Aufruf «Wir müssen reden!» Vielleicht auch mal darüber, dass die Kritik an der Panikmache selber genauso klingt wie Panikmache?

Der Film ist ab 9.9. auf Youtube zu sehen.

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