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Video: Strauss-Kahn auf Gefängnis-Insel

Warum wird Dominique Strauss-Kahn in New York dermassen vorgeführt? Ein Kenner der amerikanischen Kultur und der US-Justiz gibt überraschende Antworten und ortet einen Kampf der Kulturen.

Unrasiert, in Freizeitjacke gekleidet, getrübte Miene, gesenkter Kopf: Da steht der Noch-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, gut 24 Stunden nachdem er von Polizeibeamten aus dem Flugzeug gezerrt wurde, vor der Haftrichterin in New York. Vor laufender Kamera liest der Staatsanwalt die Vorwürfe vor: Krimineller sexueller Akt, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung heisst es darin unter anderem. Strauss-Kahn zeigt keine Regung. Eine Million Dollar bietet sein Anwalt für eine Haftbefreiung. «No», heisst es von Seiten der Justiz. Begründung: Fluchtgefahr. Der Beschuldigte wird in die Haftanstalt Rikers Island verfrachtet. Auf einer Insel mit 14'000 anderen Sträflingen.

Was für ein Absturz für den mächtigen und zurzeit vielleicht wichtigsten Banker der Welt. Er, der Strahlemann, der Mitretter des Euro und der künftige potenzielle Staatspräsident Frankreichs. Weil er eine Hotelangestellte zum Oralsex zwingen wollte, ist nun Schluss mit all dem. Zwar ist noch nichts bewiesen, noch immer gilt er erst als Verdächtiger. Die Behandlung des Franzosen hinterlässt aber vermutlich bei so manchem Beobachter den Eindruck, «da läuft eine Art Vorverurteilung ab».

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