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Frage des Tages: Machen Mütter bessere Politik?

Sie sei mit dem Kanton Luzern verheiratet, soll Josi Meier an Wahlversammlungen gesagt haben – keine Zeit für einen Mann oder Kinder. Die 1926 geborene Luzernerin Meier war eine der frühen prägenden Frauengestalten der Schweizer Politik. Die Christdemokratin gehörte der Delegation der ersten elf Frauen an, die 1971 in das Bundesparlament gewählt wurde. Dort blieb die studierte Rechtsanwältin 24 Jahre lang – bis 1983 als Nationalrätin, danach als Ständerätin. 1995 legte sie ihr Amt nieder, 2006 starb sie im Alter von 80 Jahren. Als kinderlose Parteiaktivistin, die sich auf den Dienst an der Öffentlichkeit konzentrierte, verkörperte Meier einen in den Pioniertagen des weiblichen Politengagements gut vertretenen Typus: Auch Monika Weber (Landesring der Unabhängigen) oder Ruth Dreifuss (SP) wären hier mitzurechnen.
Ab und an meldet sie sich noch zu Wort, wenn sie gefragt wird – doch der aktiven Politik hat Gabrielle Nanchen schon lange den Rücken gekehrt. Dabei hatte die Walliser Sozialdemokratin einst nicht nur an vorderster Front für das Frauenstimmrecht gekämpft. Sie war auch die erste junge Mutter, die in den Nationalrat gewählt wurde: Zwei kleine Kinder hatte sie, als sie in den Wahlen von 1971 reüssierte. Nanchens Beispiel zeigt aber auch, wie anspruchsvoll die Vereinigung von Politkarriere und Familienleben für Frauen sein kann. Nach der Geburt des dritten Kindes trat sie 1979 trotz ihres noch jugendlichen Alters von 36 Jahren aus dem Nationalrat zurück. Das ständige Pendeln zwischen dem Bundeshaus in Bern und ihrer Familie im Wallis war ihr zu viel. «Ich bin doch keine Superfrau», vermerkte sie hierzu verschiedentlich.
Die 1978 geborene St. Gallerin Jasmin Hutter könnte heute zur ersten Garde der SVP-Politstars gehören. 2003 in den Nationalrat gewählt, fiel die scharf rechts politisierende Baumaschinen-Händlerin schnell durch markige Voten und hemmungslos-unverblümte Direktheit auf. 2008 wurde sie als einzige Frau in das siebenköpfige Präsidium der SVP berufen. Die Basis für eine grosse Karriere schien gelegt. Doch es sollte anders kommen. 2007 heiratete Hutter ihren Lebenspartner Ralf Hutter, zwei Jahre später kam das erste Kind zur Welt. Und Jasmin Hutter-Hutter, wie sie sich seit der Eheschliessung nennt, tat das, was ihr ihr konservatives Familienbild gebot: Sie gab ihr Nationalratsmandat auf und zog sich aus der Politik zurück. Ob ihr Lebensmodell anderen jungen SVP-Politikerinnen als Beispiel dienen könnte, wird die Zukunft weisen.
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«Neue Pionierinnen»

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