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Bildstrecke: Überführte Plagiatoren

Zuerst abstreiten, dann kleinreden: Wenn Plagiatoren auffliegen, wähnt man sich im Kindergarten.

Mit der Bandbreite des Internets stieg auch die Anzahl Plagiatoren. Doch die Liste der Plagiate aus Wissenschaft und Kunst war schon zuvor eindrücklich. Sie reicht von A wie Blaise Auriol bis Z wie Emile Zola. Irgendwo dazwischen reiht sich neuerdings bekanntlich der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein. Und freilich treten Plagiate auch bei Journalisten auf. So verschieden die Plagiate, so ähnlich sind die Ausreden, wenn die Plagiatoren auffliegen. Hier die Top fünf:

1. Das Plagiat entstand unabsichtlich: Diese Ausrede ist mit Abstand die beliebteste. Auch Guttenberg griff auf sie zurück. «Zu keinem Zeitpunkt habe ich bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft von Textpassagen nicht kenntlich gemacht», hiess es in seiner ersten Stellungnahme vor ein paar Tagen.

2.Die plagierten Stellen sind nichts im Vergleich zur Bedeutsamkeit und schieren Masse des eigenen Werks. Mit dieser Ausrede einher geht meistens eine Verniedlichung der Plagiate, die typischerweise hypothetisch behandelt werden: «Sollte sich jemand durch versäumtes Setzen von Fussnoten...verletzt fühlen, so tut mir dies aufrichtig leid.» (Zitat Guttenberg)

3. «Wieso sollte ich überhaupt plagieren – das habe ich nicht nötig!»

4. Zeitdruck und Arbeitsbelastung waren immens. (Will heissen: Der Output des Plagiators ist beeindruckend gross und entschuldigt etwaige Inkorrektheiten).

5.Der Computer wars. Diese Ausrede hatte in Deutschland ein Chemiker vor Gericht parat. Er habe zum ersten Mal mit PDF-Dateien in einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet. Die kopierten Passagen sollten als Gerüst für seine Arbeit dienen - blieben dann wegen technischen Unwissens dummerweise liegen.

Greifen diese Ausflüchte nicht, kann es in ganz seltenen Fällen vorkommen, dass sich ein Plagiator schuldig bekennt. Seit dem Guttenberg-Fall ist ausserdem eine weitere Strategie bekannt: Man pocht auf seine Unschuld, verzichtet aber grosszügig auf den fragwürdig erarbeiteten Titel. Auch eine Art Entschuldigung.

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