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Bildstrecke: Halten die Deiche?

Das Hochwasser am Mississippi wird für Memphis immer gefährlicher. Der Fluss schwoll inzwischen um das Sechsfache seines Normalpegels an. Die Einwohner müssen aber nicht nur gegen die Fluten kämpfen.

Boote bleiben geankert: Der Mississippi wird vorübergehend gesperrt. (20. Mai 2011)
Boote bleiben geankert: Der Mississippi wird vorübergehend gesperrt. (20. Mai 2011)
Keystone
Der Hafen von New Orleans soll entlastet werden: Mitglieder des US Army Corps öffneten die Schleusen zum Entlastungskanal. (14. Mai 2011)
Der Hafen von New Orleans soll entlastet werden: Mitglieder des US Army Corps öffneten die Schleusen zum Entlastungskanal. (14. Mai 2011)
Reuters
Ihr Bauernhof wurde vom Mississippi verschluckt: Eine Bauernfamilie fährt mit einem Boot an ihrer Scheune vorbei.
Ihr Bauernhof wurde vom Mississippi verschluckt: Eine Bauernfamilie fährt mit einem Boot an ihrer Scheune vorbei.
Reuters
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Spezialisten der Armee patrouillieren entlang der strapazierten Deiche, während Tausende Menschen ihre Häuser verliessen. Der Mississippi erreichte in Memphis, das als Metropole von Blues und Rock'n'Roll sowie als frühere Heimatstadt von Elvis Presley weltbekannt ist, eine Breite von 4,8 Kilometern – normalerweise ist er dort lediglich 800 Meter breit. Häuser und Wohnwagen wurden überflutet. Tausende Menschen verliessen ihre Häuser, darunter Daryl Hissong und sein dreijähriger Sohn, in deren Haus in einem Vorort von Memphis das Wasser zwei Meter hoch stand. Er habe gehört, «dass es wahrscheinlich einen Monat dauern wird», bis das Hochwasser wieder zurückgeht, sagte Hissong.

In den meisten Teilen von Memphis konnten schwere Überschwemmungen zwar durch Deiche oder natürliche Anhöhen an den Ufern abgewehrt werden. Dagegen kämpften aber die Bewohner des Stadtteils Mud Island, einer der Stadt vorgelagerten Insel, oftmals vergeblich gegen die Fluten an. Einige Häuser waren bereits überschwemmt, und gestern brach eine Mauer aus Sandsäcken.

Neugierige blockieren die Strassen

Zahlreiche Schaulustige strömten zu den überschwemmten Stadtteilen und beobachteten oder fotografierten die Lage. Anwohner beschwerten sich, dass die Autos der Neugierigen die Strassen in der Innenstadt zuparkten.

Das legendäre Sun Studio im Zentrum der Blues-Stadt sowie Graceland, das berühmte Anwesen von Rock'n'Roll-Legende Elvis Presley, waren von den Überschwemmungen nicht betroffen. Im Sun Studio nahmen zahlreiche berühmte Musiker wie Ike Turner, B.B. King oder Presley ihre ersten Songs auf.

Rund 150 Spezialisten der Armee kontrollierten ununterbrochen die Deiche entlang des Mississippi in Memphis. Ein Sprecher sagte, die Armee sei «recht zuversichtlich, dass die Deiche den Test bestehen». Der Fluss war teilweise für die Schifffahrt gesperrt. Nahe New Orleans im Mississippi-Delta wurden Schleusen geöffnet, um der Flutwelle Raum zu geben und eine Überschwemmung der unterhalb des Meeresspiegels liegenden Stadt zu verhindern.

Grösste Hochwasser seit 1937

Nach Angaben des US-Wetterdienstes handelt es sich um das grösste Hochwasser im Mississippi-Tal seit 1937, teilweise sind die historischen Wasserstände sogar bereits übertroffen. Vor allem im tiefliegenden Delta des Flusses drohe zahlreichen Häusern in den kommenden Tagen und Wochen die Überschwemmung, sagte der Meteorologe Tom Bradshaw. Im Gegensatz zu 1937 gebe es aber heute zahlreiche Deiche, die das Wasser aufhielten. Daher gebe es keine Massenfluchten, und es würden auch nicht ganze Städte weggeschwemmt, wie es damals der Fall war.

Ursache des Hochwassers sind heftige Regenfälle im vergangenen Monat, die die ohnehin durch die Schneeschmelze bereits angeschwollenen Flüsse zum Überlaufen bringen. Den Überschwemmungen vorausgegangen waren schwere Stürme in der Region sowie eine Serie von Tornados, durch die in mehreren Südstaaten insgesamt 350 Menschen ums Leben kamen.

Schlangen in der Stadt

Nicht nur Stromanschlüsse und Elektrogeräte stellen für die Menschen in überschwemmten Gebieten eine Gefahr dar, sondern auch Tiere, neben Insekten insbesondere Wassermokassinottern. Die giftigen Schlagen sind in letzter Zeit laut ABC News überall in der Stadt aufgetaucht. Sie fliehen vor den Wassermassen und suchen höher gelegene Orte auf.

Wassermokassinottern sind gute Schwimmer und werden aggressiv, wenn man sie stört. Die Bisse sind in der Regel zwar nicht tödlich, aber sie können tiefe Wunden reissen. Die Katastrophenbehörde befürchtet einen Anstieg von Schlangenbissen. Wenn evakuierte Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Häuser zurückkehren und Möbel und anderes Material herumschieben, steigt nach Überschwemmungen erfahrungsgemäss die Anzahl Bisse.

AFP/ sda/ dapd/rub

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