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Bildstrecke: Attentäter von Stockholm

An einer Medienkonferenz der Polizei in Stockholm wurden zahlreiche Details über den 28-jährigen Mann bekannt, welcher sich am Samstag in die Luft gejagt hat.

Der mutmassliche Täter:Taimur Abdel Wahab.
Der mutmassliche Täter:Taimur Abdel Wahab.
AFP
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Keystone
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Die Ermittlungen nach dem Selbstmord-Bombenattentat im Zentrum von Stockholm laufen auf Hochtouren. An einer Medienkonferenz informierten Staatsanwalt Tomas Lindstrand sowie Anders Tornberg von der schwedischen Sicherheitspolizei (Säpo). «Wir haben den Täter zu 98 Prozent identifiziert, es fehlt noch die formelle Identifikation über DNA oder durch Angehörige», so Lindstrand.

Der Selbstmord-Attentäter habe einen Bombengurt, einen Rucksack mit einer Bombe sowie einem weiteren, einem Dampfkochtopf ähnlichen Gegenstand mit einer Bombe auf sich getragen. «Wäre alles explodiert, hätte dies einen riesigen Schaden verursacht», so Lindstrand.

Mithelfer für die Vorbereitung

Die Tat sei sehr gut geplant gewesen, auch wenn schliesslich ein Fehler zu einer verfrühten Zündung geführt hätte. «Wir können im Moment nur vermuten, wohin er unterwegs war», erklärte Anders Tornberg. «Aber der Hauptbahnhof oder das Einkaufszentrum Åhléns, wo es zu dieser Zeit sehr viele Leute hat, könnten Ziele gewesen sein.»

Die Ermittler gehen derzeit von einem Einzeltäter aus, der aber in der Vorbereitung Mithelfer gehabt habe. Derzeit gebe es aber keine weiteren Verdächtige. Man werde aber weitere Verhöre vornehmen und auch Bilder von Überwachungskameras weiter auswerten.

«Solche Botschaften sind für uns tägliches Brot»

Bestätigt haben die Ermittler auch, dass der Täter kurz vor seiner Tat von seinem Handy aus eine Warnung an die Säpo und auch die Nachrichtenagentur TT sowie einige Zeitungsredaktionen schickte. «Aber darin stand weder wo noch wann etwas passieren wird», so Tornberg. «Solche Botschaften sind für uns tägliches Brot», ergänzte er. Auch das Auto, das praktisch gleichzeitig explodierte, könne mit dem Täter in Verbindung gebracht werden. «Er hat es Ende November gekauft», erklärte Lindstrand.

Bekannt wurde in der Zwischenzeit auch: Die Spur des Stockholmer Selbstmordanschlages führt nach England. In der Nacht durchsuchte Scotland Yard eine Wohnung in Luton, wo die Familie des 28-jährigen Attentäters lebte. Es handelt sich laut Medienberichten um einen Schweden irakischer Abstammung, dessen Name mit Taimur Abdulwahab al-Abdali angegeben wird.

Nach Pakistan geschickt

Nach Angaben in Schwedens grösster Zeitung «Aftonbladet» war der Attentäter 1992 mit seinen Eltern nach Schweden gekommen. Nach der Matura begann er 2001 ein Studium an der englischen Universität Bedfordshire und schloss sich radikalislamistischen Gruppen in Luton an. Die Stadt ist mit 20'000 Muslimen eine islamische Hochburg in Grossbritannien. Am Lutoner Bahnhof hatten sich auch die Attentäter vom 7. Juli 2005 versammelt, bevor sie zu ihren Anschlägen auf die Londoner U-Bahn und einen Linienbus starteten. Damals starben 52 Menschen.

Zur Ausbildung für Terroraktivitäten sei der Stockholmer Attentäter unter anderem nach Pakistan geschickt worden, hiess es in Medienberichten. In diesem Frühjahr hielt er sich auch in Jordanien auf.

Der Selbstmordattentäter hinterlässt nach den Medienangaben drei kleine Kinder. «Aftonbladet» zitierte aus einer Kontaktanzeige in einer Dating-Site für Muslime, in der der 28-Jährige nach einer Zweitfrau suchte. Darin kündigte er auch an, dass er in ein arabisches Land umziehen wolle.

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