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Oberbaselbieter SpitzenweinSyydebändel auf Augenhöhe mit den Grossen

Nach dem «Meistertitel» vor einem Jahr wird der Syydebändel Barrique an der Mondial des Pinots in Sierre wiederum mit Gold ausgezeichnet.

Edler Tropfen – edle Flasche: Der Syydebändel gehört beim Pinot noir zur Spitze.
Edler Tropfen – edle Flasche: Der Syydebändel gehört beim Pinot noir zur Spitze.
Foto: 20 Minuten

Der Oberbaselbieter Winzerverein Syydebändel hat es geschafft. Er ist mit seinem Pinot noir definitiv ins Premium-Segment dieser Rotweinsorte aufgestiegen. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr, als der Syydebändel Barrique Pinot noir 2015 am internationalen Weinwettbewerb Mondial des Pinots in Sierre bei 800 Teilnehmerweinen zum besten Pinot noir der Schweiz gekürt wurde, gab es dieses Jahr für den Syydebändel Barrique 2018 wieder eine Goldmedaille. «Das ist die Bestätigung, dass wir jetzt bei den ‹Grossen› mit dabei sind», sagt der Präsident des Vereins Syydebändel, der Sissacher Winzer Daniel Wiedmer. Und der Kellermeister des Liestaler Weinhauses SiebeDupf AG, Thomas Engel, der die Trauben des Vereins keltert, bestätigt: «Der Mondial des Pinots ist der wichtigste Pinot-Wettbewerb in der Schweiz. Wer in Sierre Gold holt, gehört dazu.» Die Preisverleihung findet am 11. Dezember in Zermatt statt.

Gegründet wurde die Organisation Syydebändel im Jahr 2000 von zwölf Winzern mit Reben in Sissach, Gelterkinden, Wintersingen, Buus, Magden und Maisprach. Diese schlossen sich damals zu einer Genossenschaft zusammen, deren Ziel es war, einen besonderen Tropfen zur Hebung des Renommees der Baselbieter Weine zu produzieren; denn diese litten noch immer unter dem etwas zweifelhaften Landwein-Image. Für die Lese galt als Stichtag Martini, also der 11. November. Der Syydebändel sollte eine echte Spätlese sein.

Derzeit sieben Winzer

Der Martinstag kann inzwischen allerdings längst nicht mehr eingehalten werden, da die Lese aus klimatischen Gründen immer früher erfolgt. «Eine Auslese der besten Pinot-Trauben ist der Syydebändel aber auf jeden Fall», sagt Thomas Engel. Das muss er auch sein; denn das Produkt hat seinen Preis. Der Blanc de Noir kostet 16.50 Franken, der Sélection 19 und der preisgekrönte Barrique 29 Franken.

Sieben Winzer gehören derzeit dem inzwischen als Verein organisierten Verbund an, nämlich Werner Frey (Magden), Urs Imhof (Maisprach), Andy Leuenberger (Buus), Fredy Löw (Buus), Michael Schaffner (Wintersingen), Markus Vogt (Rünenberg) und Daniel Wiedmer (Sissach) – sowie Kellermeister Thomas Engel. Produziert werden im Durchschnitt jährlich 20’000 Flaschen Wein. «Und dies nach klaren Richtlinien», wie Daniel Wiedmer erklärt. Über deren Einhaltung wachen die Vereinsmitglieder, die zweimal jährlich Kontrollgänge in den Rebbergen durchführen. Erfüllt eine Parzelle die hohen Anforderungen nicht, wird sie ausgeschlossen. Selbstverständlich produzieren die sieben Winzer nicht nur für die Marke Syydebändel. Dafür kommt nur die beste Traubenqualität infrage. Es soll ja eine Auslese sein.

Nordwestschweizer Kulturgut

Doch was in aller Welt hat die Produktion von Spitzenweinen mit dem Seidenbandweben, der Posamenterei, zu tun? Mit den Trinkgewohnheiten der nicht gerade wohlhabenden Weber hat der Name nichts zu tun. Sowohl die Posamenterei als auch der Weinbau seien eng mit der Region Nordwestschweiz verbunden, ist auf der Homepage des Vereins zu lesen. Und da habe der Syydebändel als Markenname eben nahegelegen.