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Kampf um AufträgeStromfirma missbraucht ihre Monopolstellung

Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen hat die Adressen seiner Kunden benutzt, um Solaranlagen zu verkaufen. Die Weko stellt das Verfahren jedoch ein und ziert sich, dies zu begründen. Ein Wirtschaftskrimi aus der Ostschweiz.

Hat sich mit der Montage von Solarpanels auf Dächern gehörig die Finger verbrannt: Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen.
Hat sich mit der Montage von Solarpanels auf Dächern gehörig die Finger verbrannt: Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen.
Foto: Thomas Egli 

Alles begann mit einem Werbebrief, den Hans-Peter Kaufmann im Sommer 2016 erhielt. «Hier strahlt das Portemonnaie», so dessen Überschrift, und Kaufmann wurde «herzlich» zu einer Werbeveranstaltung nach Neuhausen am Rheinfall eingeladen. Das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS) bot ihm an, auf das Dach seiner Jagdhütte ausserhalb von Schaffhausen Solarpanels zu bauen. Man kümmere sich um die komplette Abwicklung vom ersten Beratungsgespräch bis zur installierten Anlage – zu einem günstigen Preis, so das Versprechen.

Hans-Peter Kaufmann stutzte. Er wohnte ausserhalb des Versorgungsgebiets des EKS, seine Jagdhütte hat jedoch einen Stromanschluss bei der Firma. Das Staatsunternehmen musste also die Adresse aus dem Versorgungsmonopol verwendet haben, um Werbung für ein Produkt zu machen, für das es gar keinen Versorgungsauftrag hatte. Dies ist nach Stromversorgungsgesetz verboten.

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