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Ärger mit der StimmenzählweiseStreit um Einstieg von Murdoch bei MCH-Gruppe geht weiter

Die geplante Sanierung der Basler Messebetreiberin MCH und der Einstieg von James Murdoch stossen auf Hindernisse. Die Übernahmekommission (UEK) hat einer Einsprache von Vermögensverwalter Erhard Lee zugestimmt.

Die sogenannte Opting-up-Klausel, die Regierungsrat Christoph Brutschin, Group CEO Bernd Stadlwieser und Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer, einführen wollten, ist von der Übernahmekommission für nicht wirksam erklärt worden.
Die sogenannte Opting-up-Klausel, die Regierungsrat Christoph Brutschin, Group CEO Bernd Stadlwieser und Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer, einführen wollten, ist von der Übernahmekommission für nicht wirksam erklärt worden.
keystone-sda.ch

Die Übernahmekommission (UEK) hat die an der Generalversammlung vom 3. August beschlossene sogenannte Opting-up-Klausel für nicht wirksam erklärt. Das teilt die MCH Group am Freitag mit. Mit dieser Klausel wollte die MCH sicherstellen, dass im Falle eines erfolgreichen Deals keine öffentlichen Übernahmeangebote – Beteiligungen an der Gesellschaft bis zu 49 Prozent – durch die Verschiebungen im Aktionariat gemacht werden müssen.

Die Umschichtungen im Aktienregister im Rahmen einer geplanten Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu 104,5 Millionen Franken könnten nämlich dazu führen, dass die Beteiligung des Kantons Basel-Stadt von aktuell 33,5 Prozent vorübergehend über 50 Prozent steigt.

Öffentliches Übernahmeangebot

Damit wäre die öffentliche Hand genauso wie Murdoch bei einem allfälligen Überschreiten der 33,3 Prozent-Schwelle dazu verpflichtet, allen MCH-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot zu machen. Murdochs Beteiligung sollte sich, je nachdem wie stark sich die bestehenden Aktionäre an der Aktienausgabe beteiligen, nach der Kapitalerhöhung zwischen 30 und 44 Prozent bewegen.

Als Grund für die Ablehnung dieser «Opting-up»-Klausel hat die UEK nun angegeben, dass das zusätzliche, übernahmerechtlich erforderliche Quorum der «Mehrheit der Minderheit» nicht erreicht worden sei. Will heissen: Die Stimmenthaltungen an der ausserordentlichen Generalversammlung der MCH Group hätten als Nein-Stimmen mitgezählt werden müssen.

Dies widerspricht wiederum den Statuten der MCH Group, wie diese in ihrem Communiqué schrieb. Auf Grundlage der UEK-Entscheidung müsste die Lupa Systems von James Murdoch beim Überschreiten der Beteiligungsgrenze von 33,3 Prozent also doch ein öffentliches Pflichtangebot unterbreiten, schreibt MCH weiter. Man werde diese Verfügung der Übernahmekommission nun analysieren und über die weiteren Schritte entscheiden und informieren, so die angeschlagene Basler Gruppe.

Durch den Einstieg von James Murdoch, dem Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch, will die finanziell angeschlagene MCH Group finanziell zurück in die Spur kommen. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen eine Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu 104,5 Millionen Franken.

Murdochs Beteiligung sollte sich, je nachdem wie stark sich die bestehenden Aktionäre an der Aktienausgabe beteiligen, zwischen 30 und 44 Prozent bewegen. Um die dafür nötigen Transaktionen vollziehen zu können wurden der Generalversammlung zwei sogenannte «Opting-up-Klauseln» zur Abstimmung vorgelegt.

Lee präferiert Schweizer Lösung

Mit dieser Klausel wollte MCH Group sicherstellen, dass im Falle eines erfolgreichen Deals keine öffentliche Übernahmeangebote durch die Verschiebungen im Aktionariat gemacht werden müssen. Dies war erforderlich, da die Umschichtungen im Aktionariat auch dazu geführt hätten, dass die Beteiligung des Kantons Basel-Stadt vorübergehend über 50 Prozent steigt.

Die Aktionärs Gruppe Ursula und Erhard Lee (LLB (Swiss) Investment AG) hält früheren Angaben zufolge 9,8 Prozent an der Messebetreiberin. Lee hatte den Murdoch-Einstieg und die Kapitalerhöhung abgelehnt und hatte eine schweizerische Lösung vorgezogen.

Sollte die MCH-Group wieder auf die Spur bringen: Verwaltungsratspraesident Ulrich Vischer
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Foto: Georgios Kefalas/Keystone

SDA/wah