Zum Hauptinhalt springen

Neue Empa-Studie gibt AuskunftStoff- oder Einwegmaske? Das ist besser für die Umwelt

Für Umweltorganisationen sind Einwegmasken eine Verschwendung. Nur: Ganz so einfach ist es nicht.

Parlamentarier und ihre Masken: 15 Mitglieder des Nationalrats mit ihrem Corona-Accessoire
Parlamentarier und ihre Masken: 15 Mitglieder des Nationalrats mit ihrem Corona-Accessoire
Keystone

Es ist die Gretchenfrage der Stunde: Stoff oder Papier – was ist besser für die Umwelt? Empa-Forschende haben Baumwollmasken und Einwegmasken einer Ökobilanzanalyse unterzogen. Fazit: Die Stoffmaske siegt – sofern sie mindestens 20 Wäschen überdauert.

Sind Einwegmasken eine Verschwendung von Material und belasten die Umwelt? Welche Faktoren beeinflussen die Umweltbelastung am stärksten und wie können Masken ökologisch nachhaltiger gestaltet werden? Forschende der Empa sind in einem interdisziplinären Team diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Noch wurden nicht alle Aspekte untersucht. «Unser Ziel war es, eine erste Grundlage zu schaffen, mit der sich Masken bereits in der Designphase bezüglich Nachhaltigkeit optimieren lassen», lässt sich Empa-Forscherin und Studienkoordinatorin Claudia Som von der Abteilung «Technologie und Gesellschaft» in St. Gallen in einer Mitteilung vom Mittwoch zitieren.

13 Mal Papier oder 5 Mal gewaschener Stoff

Die Auslegeordnung war folgende: Berechnet wurden die Treibhausgasbilanz, der Energieverbrauch, der Wasserverbrauch sowie die Gesamtumweltbelastung (ausgedrückt in sogenannten Umweltbelastungspunkten, UBP) von Produktion, Nutzung und Entsorgung der Masken.

Dabei wurden die Effekte für eine Person betrachtet, die während einer Woche täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und dreimal Einkäufe erledigt. Basierend auf den Empfehlungen der «Swiss National COVID-19 Science Task Force» nutzt diese Person pro Woche entweder zwei Stoffmasken, die nach Gebrauch bei 60°C gewaschen und nach fünf Mal Waschen entsorgt werden, oder 13 chirurgische Einwegmasken aus Polypropylen.

Waschmaschine ist nur ein Nebenschauplatz

Die Berechnungen zeigen, dass die Baumwoll-Stoffmasken bezüglich Energieverbrauch und Treibhausgasbilanz besser abschneiden als die chirurgischen Masken. Demgegenüber schneidet die chirurgische Maske bezüglich Wasserverbrauch und Gesamtumweltbelastung besser ab als das Pendant aus Baumwolle. «Der Grund dafür ist die wenig nachhaltige, ressourcen-intensive Baumwollproduktion», sagt Empa-Forscher Roland Hischier.

Im globalen Durchschnitt ist der Wasserverbrauch aufgrund der Bewässerung, Düngung und Pestizidverwendung für die Baumwolle enorm hoch. «Würde man bei der Produktion auf Regionen mit hohem Anteil an Regen-Bewässerung und auf Biobaumwolle oder gar auf rezyklierte Baumwolle setzen, sähe der sogenannte Wasserfussabdruck von Baumwollmasken sehr wahrscheinlich deutlich besser aus», so Hischier.

Das Waschen der Stoffmasken fällt gegenüber der Produktion dagegen kaum ins Gewicht. «Das heisst, dass die stärkste Hebelwirkung bei der Nutzungsdauer der Stoffmasken liegt, da der grösste Teil der Umweltbelastung bei der Herstellung dieser Maske anfällt». Bei wie viel Grad die Maske gewaschen wird, fällt kaum ins Gewicht.

Als Nächstes: Kunstfaser, Tragedauer, Kompost

In weiteren Schritten wollen die Empa-Forscher auch Ökobilanzen zu Kunstfasermasken erstellen, antivirale und/oder antibakterielle Beschichtungen mit einbeziehen, die ein längeres Tragen erlauben und die Umweltbelastung durch Entsorgungssünden messen. Geklärt werden soll auch, ob bio-kompostierbare Masken dabei helfen, die Umweltbelastung zu reduzieren. Und bei all dem müsse mitberücksichtigt werden, dass die Masken vor allem eines können müssten: die Virusübertragung wirksam zu unterbinden.

SDA

26 Kommentare
    Lars Egli

    Ich habe kein Bock auf Spitalstaat. Stoffmasken ein Muss