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SehenswertStars in der Garderobe

Simon Annand öffnet die Tür in eine intime Welt: Er fotografiert Schauspieler backstage, in den letzten Minuten vor ihrem Auftritt. Er sucht den Moment, in dem sich ein Mensch in einen Helden verwandelt. Oder in einen Verräter.

Gillian Anderson, bekannt auch aus der TV-Serie «X-Files», spielte 2016 am Londoner Young Vic die Blanche DuBois im Tennessee-Williams-Klassiker «A Streetcar Named Desire».
Gillian Anderson, bekannt auch aus der TV-Serie «X-Files», spielte 2016 am Londoner Young Vic die Blanche DuBois im Tennessee-Williams-Klassiker «A Streetcar Named Desire».
Foto: Simon Annand

Nur noch 30 Minuten. John Goodman streckt die Zunge raus. So weit es geht. Das lockert die Gesichtsmuskeln. Gleich muss Goodman als Kleinstadthehler im US-Klassiker «American Buffalo» seinen Mann stehen.

Noch 30 Minuten Ruhe im Backstage-Bereich. Fast jeder Schauspieler hat da Rituale. Jake Gyllenhaal streichelt seinen Schäferhund, Jeff Goldblum spielt Klavier. Und John Hannah raucht die letzte Kippe am Bühneneingang zum St. James Theatre.

Sein oder Nichtsein: Im Film war Andrew Scott schon richtig böse, etwa als Sherlock Holmes’ Erzfeind Jim Moriarty. Hier ist er Hamlet im Harold Pinter Theatre (2018).
Sein oder Nichtsein: Im Film war Andrew Scott schon richtig böse, etwa als Sherlock Holmes’ Erzfeind Jim Moriarty. Hier ist er Hamlet im Harold Pinter Theatre (2018).
Foto: Simon Annand

Gleich müssen sie sich in Helden verwandeln. Oder in Antihelden. Sie werden berühmte Sätze von Tschechow und Shakespeare sagen, Schlachten schlagen, Liebhaber verraten, Leute ans Messer liefern. Und nicht alle sehen schon hinter der Bühne so umwerfend aus wie Claire Foy («The Crown»), die sich noch die Mähne zurückstreicht – kurz bevor sie als Lady Macbeth all ihre Sinnlichkeit gegen Killerinstinkte eintauscht.

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