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Replik auf Kommentar zur BildungsmisereStark in der Schule, stark in der Lehre

BaZ-Autor Sebastian Briellmann schrieb am 6. Januar, viele Mittelschüler wären in einer Lehre besser aufgehoben. SP-Nationalrat Mustafa Atici widerspricht.

Soll man die Maturitätsquote drücken, damit mehr Jugendliche eine Lehre absolvieren? Die SP sagt Nein.
Soll man die Maturitätsquote drücken, damit mehr Jugendliche eine Lehre absolvieren? Die SP sagt Nein.
Foto: Reto Oeschger

Der Kommentar vom 6. Januar 2021 zur Basler Schulsituation suggeriert, dass der Kanton das Platzproblem an der FMS am besten dadurch lösen sollte, dass mehr SchülerInnen nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre machen. Zu viele SchülerInnen würden heute auf der Sek-II-Ebene eine weiterführende Schule besuchen.

Es stimmt, dass in Basel im Vergleich zu anderen Kantonen wenig SchulabgängerInnen eine Berufslehre absolvieren. Trotzdem greift der Lösungsansatz «Maturitätsquote drücken» zu kurz. Er lässt ausser Acht, dass die Gymnasialquote in Basel während der letzten Jahre durch zum Teil drastische Massnahmen schon erheblich gesenkt wurde. Auch ist fraglich, ob es in Basel genug Lehrstellen gibt, um einer viel grösseren Zahl von Basler SchulabgängerInnen eine gute Berufsperspektive geben zu können.

Da liegt in Basel das Hauptproblem: Zu viele SchülerInnen erwerben die notwendigen Grundkompetenzen nicht.

Durch ein Drücken der Quote der SchülerInnen an den Fachmittelschulen riskiert der Kanton, einen Verdrängungswettbewerb anzuheizen. Leistungsschwächere SchülerInnen drohen auf der Strecke zu blieben und am Schluss überhaupt keine Lehrstelle zu finden. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.

Statt mit der «Brechstange» die Maturitätsquote zu senken, sollte unser Augenmerk vielmehr darauf gerichtet sein, dass unsere Jugendlichen mit möglichst starken Qualifikationen aus der Schule kommen. Da liegt in Basel das Hauptproblem: Zu viele SchülerInnen erwerben die notwendigen Grundkompetenzen nicht. Das zeigen die interkantonalen Vergleichsstudien deutlich.

Der SP-Nationalrat Mustafa Atici fürchtet eine Verdrängung der Leistungsschwächeren.
Der SP-Nationalrat Mustafa Atici fürchtet eine Verdrängung der Leistungsschwächeren.
Foto: Nicole Pont

Das Ziel muss sein, dass mehr Basler Jugendliche als heute nach Abschluss ihrer obligatorischen Schulzeit fit für eine Lehre oder eine weiterführende Schule sind! Aber wie können wir unseren Jugendlichen zu einem besser gefüllten Schulrucksack verhelfen? Darüber lohnt es sich nachzudenken und zu diskutieren. Der Ausbau der Frühförderung, mehr Hausaufgabenunterstützung, mehr Spezialförderungen für die Leistungsschwachen in Deutsch und Mathematik, das sind gezielte und erfolgsversprechende Ansätze.

17 Kommentare
    Hans Huber

    Förderung?

    Dieses Linke-Integrationszeug ist zum scheitern verurteilt.

    Früher gab es extra Fremdsprachenklassen, wo es um nichts anderes ging als das erlernen der deutschen Sprache.

    Ohne genügende Leistung wurde der Schüler/in nicht in die reguläre Primarschule überwiesen. Hat vielleicht auch mal 1 Jahr verloren, aber die Lehrer/innen in der Primarschule mussten sich nicht damit rumschlagen, dass 75% der Schüler kein Deutsch konnte.

    Dies sollte auch heute der Fall sein....zuerst die Sprache lernen lassen, erst dann integrieren.

    Klar passt es den Linken nicht, da sich die besseren Schüler/innen so auszeichnen können und nicht durch die schwächeren ins Mittelmass heruntergerissen werden, was natürlich den Linken "alle sind gleich" nur allzu recht ist.

    Tut mir leid zu sagen, aber aus einem schwachen, dummen Schüler/in wird nie ein Genie, egal wie viel man fördert.

    Mit viel Fleiss und Schweiss sind natürlich gute Ergebnisse möglich, dafür muss aber auch vom Kind ein entsprechender Einsatz kommen und die Eltern müssen das Kind auch entsprechend unterstützen, nicht der Staat!

    Da sollte man lieber dem Kind seine beruflichen Perspektiven wie eine Lehre, früher aufzeigen, damit es seine Berufung finden kann.

    Leider sind viele Eltern mit dem Nachwuchs sowieso überfordert und folgen der "laissez faire" Erziehung. Dann sollte der Lehrer auch noch für die Erziehung verantwortlich sein. Dies geht schlicht und einfach nicht auf.