Zum Hauptinhalt springen

«Über Nacht kommt noch einmal ein ordentlicher Schub Schnee»

Kann die Lauberhorn-Abfahrt morgen stattfinden? Chef-Meteorologe Peter Hinteregger schätzt die Situation ein.

Wie stehen die Chancen für eine Lauberhorn-Abfahrt? Peter Hinteregger gibt Auskunft. Video: Fabian Sanginés.

Urs Näpflin blickte fast schon entschuldigend in die Runde. Beim Captains-Meeting mit allen Trainern sagte der OK-Präsident der Lauberhorn-Rennen: «Ich verstehe, dass einige Athleten sauer sind. Aber das Leben ist manchmal unfair.» Er sprach die grenzwertigen Bedingungen bei der Kombinations-Abfahrt vom Freitag an und schob nach: «Aber es gilt, das zu akzeptieren. Wer das nicht kann, muss sich einen anderen Sport suchen.»

In seinen 30 Jahren als Mitglied des Organisationskomitees habe er noch selten einen derart turbulenten Tag wie heute erlebt. Und es wird nicht besser. Als Chef-Meteorologe Peter Hinteregger über die Wetterprognose sprach, begann er mit den Worten: «Ich habe keine guten Nachrichten.» Bis Samstagmittag werden im obersten Streckenteil bis zu einem halben Meter Neuschnee erwartet, weiter unten sind es immer noch 20 bis 30 cm. «Hoffen wir, dass du nicht Recht behältst», entgegnete Fis-Renndirektor Markus Waldner.

Die grosse Sensation: Niels Hintermann (21 Jahre) gewinnt die Kombination am Lauberhorn. Er profitiert von besseren Bedingungen.
Die grosse Sensation: Niels Hintermann (21 Jahre) gewinnt die Kombination am Lauberhorn. Er profitiert von besseren Bedingungen.
Fabrice Coffrini, AFP
Der junge Schweizer startet früh in der Abfahrt und findet deutlich bessere Verhältnisse vor als seine Konkurrenten.
Der junge Schweizer startet früh in der Abfahrt und findet deutlich bessere Verhältnisse vor als seine Konkurrenten.
Fabrice Coffrini
Carlo Janka konnte wie alle anderen den Bedingungen nicht trotzen und zeigte sich entsprechend bedient im Ziel.
Carlo Janka konnte wie alle anderen den Bedingungen nicht trotzen und zeigte sich entsprechend bedient im Ziel.
AP Photo/Marco Tacca
1 / 6

Wegen der schlechten Wetterverhältnisse steht die Abfahrt am Samstag auf der Kippe. Als nahezu sicher gilt, dass nicht die komplette Abfahrt durchgeführt wird. Fis-Renndirektor Waldner sprach davon, gegen 7.30 Uhr bereits entscheiden zu wollen, dass wie in der Kombination der Start bis zur Minschkante vorverschoben werden soll: «So können wir früh unsere Kräfte richtig bündeln. Sollte das Wetter sein wie bei der Kombi, haben wir oben keine Chance.»

Später bezeichnete Chef-Meteorologe Peter Hinteregger gegenüber Redaktion Tamedia die Situation als «nicht aussichtslos» – optimistisch tönt anders. «Über Nacht kommt noch einmal ein ordentlicher Schub.» Allerdings ist eine realistische Einschätzung durch den 48-Jährigen äusserst wichtig. Schliesslich wird anhand seiner Expertise geplant. «Der Druck ist sehr gross, in den letzten Jahren habe ich viele schwierige Wetterlagen erlebt», so der Voralberger. Weil rund um das Lauberhorn mehrere 4000 Meter hohe Berge stehen, ist die Region besonders für Wolkenstau und somit anhaltenden Schneefall anfällig.

Sicher nicht schuldig an einer möglichen Absage des Abfahrts-Klassikers soll der Wind sein: «Das grosse Problem ist der Schneefall. Aber wir werden gegen die Mittagszeit sehen.» Das Rennen ist auf 12.30 angesetzt. Sollte die Abfahrt der Männer am Samstag wetterbedingt abgesagt werden müssen, bleibt dennoch der Slalom für Sonntag auf dem Programm.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch