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Olympia-Abfahrt droht das Aus

In Österreich wird befürchtet, dass die Abfahrt wegen der TV-Quote aus dem olympischen Programm verschwindet.

Der letzte Schrei? Dominique Gisin nach ihrer Goldfahrt in Sotschi 2014.
Der letzte Schrei? Dominique Gisin nach ihrer Goldfahrt in Sotschi 2014.

FIS-Präsident Gian Franco Kasper hatte diese Woche durchblicken lassen, dass die Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G durchaus zur Disposition stehen könnten. Bei den Winterspielen 2022 in Peking ist zum Beispiel die geforderte Höhendifferenz nicht gegeben. Doch auch die TV-Anstalten üben indirekten Druck aus. «Wir diskutieren im FIS-Vorstand seit längerem. Die Athleten wollen es nicht glauben, dass das ein Problem ist. Das Interesse am Abfahrtssport hat nachgelassen», sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel am 14. Oktober bei einem Medientermin in Wien.

Grund: Bei Olympischen Spielen erwerben rund 40 TV-Stationen die Übertragungsrechte für einen Slalom, für eine Abfahrt sind es aber nur noch acht bis zehn Sendestationen. Rückläufige Einschaltquoten seien allerorts festzustellen. Das habe viel mit der Startreihenfolge und dem Modus zu tun. Wenn die Fahrer mit den Nummern 16 bis 23 starten, schalten die Leute erst bei Nummer 12 oder 13 ein und wechseln bei der Nummer 25 wieder den Sender.

Der Vorschlag, die Startnummern zwischen 1 und 30 auszulosen, hat den Nachteil, dass die Spitzenfahrer je nach Wetter benachteiligt sein könnten.

In Zukunft zwei Läufe?

Nun macht Peter Schröcksnadel den Vorschlag, im letzten Training eine Qualifikation zu bestreiten. Die Top 7 der Weltrangliste dürften dann gemäss ihres Qualifikationsergebnisses die Startnummer wählen dürfen, die übrigen würden ausgelost. Schröcksnadel will so die Skifans für einen längeren Zeitraum an den Bildschirm binden. In Val Gardena zum Beispiel haben hohe Nummern oft einen Vorteil, die Besten könnten dann auch erst die Nummer 45 wählen.

Ein anderer Vorschlag ist, in Zukunft Abfahrten in zwei Läufen auszutragen. Ausgenommen wären Klassiker wie die Rennen am Lauberhorn oder in Kitzbühel. Bei der nächsten Tagung des Vorstands des Internationalen Skiverbandes (FIS) im November soll die Problematik diskutiert werden.

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