Zum Hauptinhalt springen

Olympia als Argument gegen No Billag

Kurz vor dem Abstimmungskampf hat die SRG eine grosse Chance – sie punktet mit Sparmassnahmen.

«Wir werden in Südkorea kein Risiko eingehen»: Der Schweizer Delegationschef vor den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Video: Fabian Sanginés und Simon Graf.

Die Olympischen Spiele in Pyeongchang, die in 30 Tagen beginnen, sind für die SRG das letzte sportliche Grossprojekt, ehe am 4. März über die No-Billag-Initiative abgestimmt wird. Und für diese also nochmals eine Chance aufzuzeigen, was ein gebührenfinanziertes Fernsehen und Radio leisten kann. «Natürlich stehen wir speziell im Fokus», sagt Roland Mägerle, Leiter SRF Sport und Business Unit Sport SRG. «Wir wollen zeigen, was wir können. Inhaltlich überzeugen und den Schweizer Fokus herausstreichen.» Wozu sich Winterspiele mit zahlreichen helvetischen Medaillenanwärtern natürlich gut eignen.

Punkten kann die SRG aber auch ­finanziell. Denn dank «Remote Production» braucht es weniger Leute und Infrastruktur vor Ort. «Von jeder einzelnen Kamera geht das Signal direkt in die Schweiz», erklärt Mägerle. «Was heisst, dass wir keine Endregie und keine ­Reportagewagen vor Ort haben. So müssen wir 80 Personen weniger nach Südkorea schicken.» Möglich machen dies breitbandige Datenverbindungen.

160 statt 240 Leute vor Ort

Statt 240 wie vor vier Jahren in Sotschi sind nur noch 160 SRG-Mitarbeiter unterwegs. Die Regisseure fügen die Signale dann in den Studios in Zürich, Genf und Lugano zusammen. Womit das Budget fürs Olympiaprojekt, inklusive Rechte, gegenüber Sotschi von 21,5 auf 19 Millionen Franken gesenkt wurde.

Eine Herausforderung ist die Zeitverschiebung von acht Stunden – Skirennen beispielsweise finden Schweizer Zeit mitten in der Nacht statt. «Für den Online- und den Radiobereich ist das eine Chance», sagt Mägerle. «Aber fürs Fernsehen natürlich ein Nachteil. Trotzdem werden wir den Livesport in gewohnter Qualität abdecken.»

Die Nacht zum Tag machen

Was heisst, dass das Schweizer Fernsehen jeweils um Mitternacht mit der Live-Berichterstattung einsteigt, um acht Uhr morgens in Südkorea. Wer die Nacht zum Tag machen will (und kann), kann dann über 15 Stunden Olympia schauen. Und wenn Südkorea schläft, wird der Sporttag auf SRF nochmals mit Highlights und einem Magazin aufbereitet. Kumuliert sorgen die TV-Sender der SRG für rund 1000 Programmstunden.

Im Auftrag des IOC produziert die SRG zudem das Weltsignal der alpinen Skirennen. Dies bereits zum fünften Mal nach Lillehammer 1994, Turin 2006, Vancouver 2010 und Sotschi 2014.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch