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Ligety magistral – Nullnummer von Swiss-Ski

Ted Ligety fährt im Weltcup-Riesenslalom in Alta Badia in einer eigenen Liga und gewinnt mit grossem Vorsprung. Die Schweizer erleben einen weiteren Tiefpunkt.

Hat gut lachen: Ted Ligety fährt im Riesenslalom von Alta Badia die Konkurrenz in Grund und Boden.
Hat gut lachen: Ted Ligety fährt im Riesenslalom von Alta Badia die Konkurrenz in Grund und Boden.
Keystone

Die Schweizer sorgen in diesem Winter für eine weitere Riesenpleite. Keiner der sieben Fahrer von Swiss-Ski erscheint im Schlussklassement. Als Einziger hatte Manuel Pleisch die Qualifikation für den zweiten Durchgang geschafft. Weil der dem B-Kader angehörende Bündner, dem in seinem elften Weltcup-Riesenslalom zum ersten Mal der Sprung ins Finale gelungen war, nicht ins Ziel kam, war die Nullnummer perfekt. Marc Berthod und Carlo Janka blieben im ersten Durchgang mit Rückständen von beinahe acht Sekunden vorzeitig auf der Strecke. Didier Défago, Thomas Tumler, Christian Spescha und Gino Caviezel gehörten zu den Ausgeschiedenen.

Ted Ligety zeigte vor allem im ersten Lauf eine Vorstellung nahe der Perfektion – und das auf der Gran Risa, einem der schwierigsten Riesenslalom-Hänge überhaupt. Um 2,4 Sekunden hatte der Amerikaner mit seiner Traumfahrt den ersten Verfolger Marcel Hirscher distanziert. Diese komfortable Ausgangslage nutzte er zu einer von Taktik geprägten Fahrt im zweiten Durchgang, in dem er den Vorsprung souverän verwaltete. Ligety feierte seinen insgesamt 14. Sieg im Weltcup, den dritten in dieser Saison nach jenen in Sölden und in Beaver Creek. Schon jene Erfolge hatte er mit immensen Vorsprüngen eingefahren. In Österreich hatte er die Konkurrenz sogar um 2,75 Sekunden distanziert, im Heimrennen in den USA um 1,76 Sekunden.

Hirscher, vor einer Woche Gewinner des Riesenslaloms in Val d'Isère, erreichte als Zweiter auch im sechsten technischen Rennen einen Podestplatz. Seine Bilanz mit einem Sieg, drei zweiten und zwei dritten Rängen ist überragend. Als Drittklassierter war der Franzose Thomas Fanara zum dritten Mal unter den ersten drei in einem Weltcup-Rennen zu finden. Dritter war er schon im Dezember 2010 ebenfalls in Alta Badia und drei Wochen später in Adelboden geworden.

Rätselraten bei den Schweizern

Osi Inglin tat sich sichtlich schwer, das Verdikt von Alta Badia zu akzeptieren: «Keiner im Klassement, das ist mehr als enttäuschend – eine Fadengerade mitten ins Gesicht.» Vor allem erschütterte ihn das Ergebnis, weil ihm der Riesenslalom als Basis für alle Disziplinen gilt. «Wir sind im Moment meilenweit von der Spitze weg. Manuel Pleisch bot im ersten Durchgang eine gute Leistung, aber was wir als Mannschaft bringen, reicht einfach nicht.»

Konkrete Massnahmen, wie er der Misere begegnen will, konnte Inglin noch keine bekanntgeben. «Im Moment ist die Enttäuschung noch zu gross, um darüber zu reden.» Aber für ihn ist klar, dass beispielsweise im Fall von Janka im Sommer-Camp in Argentinien zu viel getestet und zuwenig trainiert wurde. «Da habe ich wohl gewissen Leuten zu viel Spielraum gelassen. Diesen Vorwurf muss ich mir machen.» Angesprochen ist Gruppentrainer Sepp Brunner, der gemäss Inglin seinen Fehler schon längst eingesehen habe.

Alta Badia (It). WC-Riesenslalom der Männer: 1. Ted Ligety (USA) 2:37,27. 2. Marcel Hirscher (Ö) 2,04 zurück. 3. Thomas Fanara (Fr) 3,27. 4. Fritz Dopfer (De) 4,22. 5. Davide Simoncelli (It) 4,46. 6. Alexis Pinturault (Fr) 4,48. 7. Marcus Sandell (Fi), Felix Neureuther (De) 4,77. 9. Aksel Lund Svindal (No) 4,86. 10. Mathieu Faivre (Fr) 5,16. 11. Luca De Aliprandini (It) 5,22. 12. Christoph Nösig (Ö) 5,25. 13. Benjamin Raich (Ö) 5,28. 14. Cyprien Richard (Fr) 5,35. 15. Leif Kristian Haugen (No) 5,39. 16. Marcel Mathis (Ö) 5,41. 17. Tim Jitloff (USA) 5,56. 18. Matts Olsson (Sd) 5,72. 19. Manfred Mölgg (It) 5,85. 20. Kjetil Jansrud (No) 5,89. - 27 der 30 Finalisten klassiert. - Ausgeschieden: Manuel Pleisch (Sz), Massimiliano Blardone (It), Philipp Schörghofer (Ö).

WC-Stände. Gesamt (nach 12 von 36 Wertungen): 1. Aksel Lund Svindal (No) 614. 2. Ted Ligety (USA) 508. 3. Marcel Hirscher (Ö) 460. 4. Kjetil Jansrud (No) 322. 5. Manfred Mölgg (It) 236. 6. Felix Neureuther (De) 216. 7. Matteo Marsaglia (It) 209. 8. Werner Heel (It) 201. 9. Alexis Pinturault (Fr) 196. 10. Hannes Reichelt (Ö) 189. Ferner: 31. Didier Défago (Sz) 98. 48. Patrick Küng (Sz) 56. 58. Carlo Janka (Sz) 44. 63. Silvan Zurbriggen (Sz) 35. 71. Markus Vogel (Sz) 27. 105. Vitus Lüönd (Sz) 7. 107. Sandro Viletta (Sz) 6. 114. Reto Schmidiger (Sz) 3.

Riesenslalom (nach 4 von 8 Rennen): 1. Ted Ligety (USA) 360. 2. Marcel Hirscher (Ö) 320. 3. Manfred Mölgg (It) 162. 4. Thomas Fanara (Fr) 146. 5. Aksel Lund Svindal (No) 109. 6. Davide Simoncelli (It) 105. Ferner: 20. Didier Défago (Sz) 54. 40. Carlo Janka (Sz) 7.

si/fal

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