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Lara Gut ist zurück – als Athletin und als Person

Die Gesamtweltcupsiegerin von 2016 schottete sich in den letzten sieben Monaten von der Öffentlichkeit ab. Nun kehrt sie gestärkt zurück.

Lara Gut wirkt an ihrer ersten Pressekonferenz seit Monaten erholt. (Video: Tamedia/SDA)

Lara Gut stellte sich in Zermatt in ihrer ersten Pressekonferenz seit Monaten den Fragen der Medien. Und Gut geht es hervorragend. Nicht nur ihrem Knie, sondern auch ihr als Person. Die Anwesenden sehen eine erholte junge Frau, die Fragen souverän in ihrer Muttersprache Italienisch, in Deutsch, in Französisch und – für das Publikum aus aller Welt, das per Facebook-Livestream zuschaut – in Englisch beantwortet.

Über ein halbes Jahr ist es nun her, seit Lara Gut im zweiten Lauf der WM-Superkombination in St. Moritz einen Kreuzbandriss erlitt. Als Weltcup-Titelverteidigerin musste sie die Saison 2016/17 vorzeitig beenden. Seither hat sich viel getan im Hause Gut. Die 26-Jährige ist ausgezogen, was ihrer guten Beziehung zu ihrer Familie aber nicht schadete, sondern die Bindung sogar noch stärkte, wie sie sagt.

Sie habe in den vergangenen sieben Monaten viel Zeit mit ihrer Familie verbringen können, mit ihrer Mutter, mit ihrem Bruder und vor allem: mit ihrem Vater. Ja, ihren Vater habe sie wiedergefunden, aus dem Trainer Pauli Gut ist in dieser schwierigen Zeit wieder der Vater Pauli Gut geworden. Und auch ihre Freunde kamen nicht zu kurz. Freudig erzählt Gut, wie sie sich wieder mit alten Bekannten traf und einfach sein konnte, was sie eigentlich ist: eine junge Frau, die eben nicht nur Ski fährt.

Verzicht auf Sölden

«Nach der Verletzung brauchte ich eine Pause», erinnert sich Gut. Ihr sei bewusst geworden, dass sie das letzte Mal wirklich Zeit für sich hatte, als sie 16 war. Das ist jetzt zehn Jahre her, zehn Jahre mit Hochs und Tiefs. Zehn Jahre, in denen die Person Lara Gut fast vergessen ging. «In den Augen vieler war ich die Athletin Lara Gut. Zuerst wollten alle wissen, wo meine Weltcup-Kugeln denn nun herumstehen, dann, nach der Verletzung, wie es meinem Knie geht. Wie es mir selbst geht, wollte niemand wissen.»

Darum zog sich Gut zurück, lernte sich selbst und ihren Körper besser kennen. «Mein Körper lässt mich verrückte Dinge tun. Er möchte aber auch etwas zurück», sagt Gut. Viel Physiotherapie, Schlaf und gesundes Essen seien dabei sehr wichtig. Aber auch dieser Entscheid: Gut verzichtet auf den Saisonauftakt in Sölden von Ende Oktober, um einen Monat später in Killington anzugreifen. Sie möchte für die ganze Saison fit sein, nicht nur für Sölden.

Schliesslich stand sie erst Anfang September das erste Mal wieder auf Skiern, wo sie doch sonst schon im Juli beginnt. Mit ihrem Vater und einem Team reiste sie nach Chile, um wieder ein Gefühl für den Riesenslalom zu bekommen. «Am Anfang war ich nervös, die ersten zwei Tore waren noch ungewohnt, dann ging es aber ziemlich gut.»

Nach einer langen, teils schmerzhaften Zeit, ist die Tessinerin nun also bereit, die neue Saison in Angriff zu nehmen. Die Athletin Lara Gut ist gesund, der Person Lara Gut geht es hervorragend.

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