Zum Hauptinhalt springen

Er machte einen Zürcher zum Wengen-Sieger

Vor der nun abgesagten Lauberhorn-Abfahrt war Redaktion Tamedia zu Besuch im Serviceraum von Swiss Ski. Jemand war besonders gut gelaunt.

Letzter Schliff: Robert Polesel bringt die Ski von Niels Hintermann für die (nun abgesagte) Lauberhorn-Abfahrt in Ordnung. Video: Fabian Sanginés

Es ist einiges los im Keller des Hotel Belvédère in Wengen. Franz Nadig, verantwortlich für die Ski von Patrick Küng und auch mal als «goldene Feile» bezeichnet, packt gerade die Bretter zusammen. Sie wären bereit für die Lauberhorn-Abfahrt, gestern Abend, als das Rennen noch nicht abgesagt war, man noch auf einen Durchführung hoffen konnte.

Wenige Meter daneben ist Robert Polesel noch mitten bei der Arbeit. Wachsen, polieren und Kanten feilen sind nur ein Teil der Aufgaben, die für ihn noch anstehen. Es ist offensichtlich, dass ihm sein Job gerade leichter fällt als auch schon. Einige Stunden zuvor feierte Niels Hintermann, für dessen Ski Polesel unter anderem verantwortlich ist, sensationell den Kombinationssieg am Lauberhorn. «Es hat alles gepasst: Das Material, das Wetter, es war der perfekte Tag.»

Zusammen durch dick und dünn

Ein versöhnlicher Lohn für harte und vor allem lange Arbeitsschichten. Vor Rennen stehen die Serviceleute bis zu 16 Stunden pro Tag im Einsatz. Nach den Trainings analysieren sie gemeinsam mit den Fahrern die Pistenverhältnisse und passen das Material entsprechend an. Dabei vertrauen Polesel und seine Kollegen auf ihre langjährige Erfahrung, das letzte Wort hat aber immer der Athlet selbst.

Dabei kann es zwar auch mal zu Reibereien kommen, wie Nadig bestätigt. Aber: «Patrick und ich haben von Beginn an ausgemacht, dass wir gemeinsam durch dick und dünn gehen. Anschuldigungen gibt es bei uns keine.» Seit sieben Jahren arbeitet das Duo zusammen. So sei es auch schwierig zu beziffern, wie viel Prozent das Material von einem guten Resultat ausmacht. «Zum guten Material braucht es immer noch einen stark fahrenden Athleten», so Polesel.

So ist es nur konsequent, dass der viele Schneefall nicht nur den Skifahrern auf der Piste Kopfzerbrechen bereitet, sondern auch den Serviceangestellten, wie Polesel erklärt: «Man muss viel beobachten und bis zum letzten Moment die richtige Lösung finden, sonst können wir ein Problem haben.» Dass aber auch manchmal die Experten machtlos sind, zeigte die Alpine Kombination vom Freitag. Trainer Hansjörg «Jogi» Kunz fand, die letzten 20 Fahrer bei der Abfahrt hatten «keine Chance mehr».

Zur Freude von Polesel, der trotz bevorstehender Abfahrt noch nicht so bald ins Bett geht: «Zeit zum Feiern bleibt schon, die Nacht ist ja noch jung.» Na dann, viel Spass. Obwohl: «Spass habe ich auch hier im Serviceraum.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch