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«Drohnen wird es nicht mehr geben»

Für FIS-Renndirektor Markus Waldner ist der Absturz einer Drohne während des Slalomlaufs von Marcel Hirscher eine Schweinerei. Er kündigt Konsequenzen an.

Unglaubliches Glück: Der Slalomlauf von Marcel Hirscher mit den Drohnenabsturz. (Video: Youtube/Nicolas Garcia).

Marcel Hirscher hatte bei seinem zweiten Lauf im Slalom von Madonna di Campiglio unglaubliches Glück. Knapp hinter ihm stürzte eine TV-Drohne ab. Der österreichische Superstar blieb unverletzt, ja schien den Beinahe-Unfall im ersten Augenblick nicht einmal zu bemerken und fuhr auf Rang zwei.

Doch nach dem Rennen gingen die Emotionen hoch. «Das ist eine Schweinerei und das wird Konsequenzen haben. Wir sind nur ganz knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt», empörte sich FIS-Renndirektor Markus Waldner im ORF. Sowohl in der Schweiz wie auch in Österreich seien Drohnen verboten, in Italien hingegen erlaubt. Allerdings dürften sie nur über bestimmte Korridore neben der Piste fliegen. Auch Orte, an denen Fans stehen, sind tabu. Der Weltverband kündigte in einer Stellungnahme eine Untersuchung an. Für Waldner steht fest: «Egal, was bei den Untersuchungen herauskommt, Drohnen wird es nicht mehr geben.»

TV-Firma hält sich bedeckt

Peter Schröcksnadel, der Präsident des österreichischen Skiverbands (ÖSV), stimmt Waldner in einem TV-Interview zu: «Wenn da etwas fliegt, ist das immer ein Risiko. So etwas darf nicht passieren.» Auch für den US-Skistar Ted Ligety ist der Vorfall «nicht akzeptabel», wie er auf Twitter schreibt. Hirscher habe wahnsinniges Glück gehabt, dass es nicht schlimmer gekommen sei.

OK-Präsident Lorenzo Conci zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen. «Ich kann nur meine persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich bin schockiert, dass so etwas passiert ist. Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt», sagte Conci zu österreichischen Medien. «Wir vom Organisationskomitee haben keinen Einfluss darauf gehabt. Verantwortlich für die Drohne war der TV-Rechtehalter Infront», erklärte der Italiener. «Ich habe mit Marcel Hirscher und Peter Schröcksnadel gesprochen und mich bei ihnen entschuldigt.»

Infront hält sich noch bedeckt. Am Mittwochmorgen erschien auf der Website ein kurzes Statement, in dem es hiess: «Wir sind extrem erleichtert, dass niemandem etwas passiert ist. Der Vorfall wird genau geprüft.»

Anna Fenninger erschüttert

Hirschers Kollegin Anna Fenninger zeigte sich auf Facebook erschüttert. «Oh mein Gott. Das war knapp», schrieb sie. Man werde sehr nachdenklich, wenn man diesen Weltcupwinter vor dem Fernseher sitze. Die Österreicherin verpasst die ganze Saison wegen einer schweren Knieverletzung. Fenninger zeigt sich erleichtert, dass Hirscher mit dem Schrecken davongekommen ist. «Marcel, Gott sei Dank geht es dir gut», schreibt sie.

Und Hirscher selber? «Ich habe nicht gewusst, was es ist, aber schon etwas gespürt", sagte der der vierfache Gesamtweltcupsieger nach dem Rennen. Erst im Ziel erfuhr der 26-jährige Österreicher, was ihn fast getroffen hätte. «Ich dachte, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange.» Deshalb sei er weiter fokussiert und konzentriert geblieben.

Nach dem Studium der Fernsehbilder sagte der Zweite des Rennens: «Eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann. Bitte, passt besser auf!» Auf Facebook nahm er es dann später aber mit Humor. Er gratulierte dem Sieger Henrik Kristoffersen und berichtete von «dichtem Flugverkehr in Italien».

Dichter Flugverkehr in Italien! ??? Congrats to sensational Henrik Kristoffersen #dronecrash #weareskiing #verleihtflügel #drivinghomeforchristmasPosted by Marcel Hirscher on Dienstag, 22. Dezember 2015

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