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Didier zeigt Didier die Zunge

Didier Défago ist die Verpflichtung seines langjährigen Teamkollegen Didier Cuche als Swiss-Ski-Berater für die Speed-Disziplinen in den falschen Hals geraten – während einem Interview platzt ihm der Kragen.

Ungehalten: Didier Défago ärgert sich über das Engagement von Didier Cuche.
Ungehalten: Didier Défago ärgert sich über das Engagement von Didier Cuche.
Keystone

«Nun werden wir alles gewinnen», versuchte der auf Cuche angesprochene Défago im Zielraum von Val d'Isère nach seinem 22. Platz im Weltcup-Riesenslalom zunächst ironisch zu antworten. Auf Nachfrage brach es dann aber aus dem 35-jährigen Walliser heraus: «Die Art, wie das Ganze von Swiss-Ski vorgestellt wurde, ist eine Katastrophe. Ich finde, Swiss-Ski geht mit der vorhandenen Situation nicht gut um. Auch der Cheftrainer Osi Inglin managt seine Arbeit nicht gerade gut.»

In seiner Situation, so Défago weiter, könne er ja auch nicht einfach Martin Rufener, den Vorgänger von Inglin als Cheftrainer der Schweizer Männer, anrufen, wenn er einen Rat benötige. Von Seiten von Swiss-Ski ist vorgesehen, dass Cuche schon in dieser Woche in Val Gardena (It) beratend auf der Piste sein wird. Danach soll der Neuenburger auch bei den Klassikern in Wengen und Kitzbühel sowie beim Weltcup-Finale auf der Lenzerheide vor Ort sein.

«Habe nichts gegen Cuche»

Abfahrts-Olympiasieger Défago - zeit seiner Karriere im Schatten des drei Jahre älteren Cuche - betonte, dass «ich nichts gegen Didier habe. Mit seiner Erfahrung kann er sicherlich einiges bringen. Ich habe auch schon geahnt, dass Didier bei einem, zwei Rennen wieder vor Ort sein würde. Doch ich verstehe nicht, weshalb gerade jetzt gehandelt wurde. In den technischen Disziplinen sind wir seit langem weit davon entfernt, eine gute Equipe zu sein. Doch dort ignoriert man es im Moment einfach. Im Speed-Bereich hingegen sind wir nicht so weit von der Spitze weg.» Doch es sei klar, dass nun bald weitere Fortschritte folgen müssen, so Défago abschliessend. «Ich freue mich auf die kommenden Rennen. Ich will meiner Rolle als Teamleader gerecht werden.»

Inglin zeigt sich überrascht

Osi Inglin, in Val d'Isère angesprochen auf die Vorwürfe seines Teamleaders, war darum bemüht, die Wogen zu glätten: «Die Verpflichtung von Didier Cuche als Berater wurde von mir schon länger angestrebt. Das ist nicht eine Massnahme aufgrund der jetzigen Situation und Resultate. Angedacht ist vor allem, dass er sich um die jüngeren Fahrer kümmert. Es geht also weniger um einen Didier Défago. Dass er sich nun so äussert, überrascht mich. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es für unsere Jungen eine gute Massnahme darstellt.»

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