Zum Hauptinhalt springen

Wenn die Fans über Spielzüge entscheiden

Ob Logo, Cheerleader oder Spielerverpflichtungen – beim Indoor-Football-Team Salt Lake Screaming Eagles haben die Fans das Sagen.

Greg Hardy spielte in der NFL, doch die Fans der Salt Lake Screaming Eagles wollten ihn nicht in ihrem Team.
Greg Hardy spielte in der NFL, doch die Fans der Salt Lake Screaming Eagles wollten ihn nicht in ihrem Team.
Reuters

Sportclubs betonen immer wieder, wie wichtig die Fans sind. Fussballclubs nennen sie gerne ihren 12. Mann. Die Salt Lake Screaming Eagles gehen aber noch einen Schritt weiter.

Das Indoor-Football-Team aus Salt Lake City wurde 2016 von einer Gruppe gegründet, die sich Project FANchise nennt. Ihr Ziel: Das Team soll komplett von den Fans geführt werden. Es begann mit dem Namen (zur Auswahl standen auch Teamy McTeamface oder Sandtroopers).

Mit dem iPad an der Seitenlinie

Danach wählten die Fans Logo, Trikot, einen Trainer und Cheerleader. Das erste Spiel der Saison fand am 16. Februar statt, und auch da wurden die Fans miteinbezogen. Während einer Partie, die in der Halle und mit 8 gegen 8 gespielt wird, können sie sich via App einschalten und in verschiedenen Situationen über die nächsten Spielzüge abstimmen. Der Coach steht mit einem iPad an der Seitenlinie und führt sie aus.

Zurzeit stehen vier Spielzüge zur Verfügung. Doch Geschäftsführer Sohrob Farudi möchte weitergehen. «Wir wollen das Playbook öffnen. Unser Ziel ist es, die Fans immer mehr und mehr einzubinden, damit sie richtige taktische Entscheidungen treffen können», sagte er der «New York Times». Bis jetzt zählt die Stimme jedes Abstimmenden gleich. In der Zukunft sollen die Fans aber mit einem «Football IQ» ausgestatten werden, der mit dem Lesen von Artikeln und Schauen von Videos erhöht werden kann. Je höher der Football IQ – desto mehr Gewicht hat ihre Stimme.

«Die Coaches sind nicht immer einverstanden», sagt Farudi, «aber das ist eine schöne Umkehrung.» Normalerweise sind es die Fans, welche die Entscheidungen der Trainer nicht verstehen.

Nein zum NFL-Spieler

Die Fans der Screaming Eagles haben auch bei Transfers das letzte Wort. Als kürzlich der ehemalige NFL-Spieler Greg Hardy unter Vertrag genommen werden sollte, wurde darüber abgestimmt. Hardy stand zwar bei den Carolina Panthers und den Dallas Cowboys im Kader, wurde aber auch schon wegen Kokainbesitz verhaftet und wegen Körperverletzung verurteilt.

Die Besitzer, das Management und die Trainer hätten Hardy gerne im Team gehabt. Auch sein Trikot war schon gedruckt. Doch er wird nie für die Screaming Eagles auflaufen. 50,1 Prozent der Fans stimmten Nein. (abb)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch