UPC zielt mit My Sports an den Randregionen vorbei

Die Katze ist aus dem Sack: Das neue Sportangebot des Kabelnetzbetreibers kostet 25 Franken im Monat. Es birgt aber auch Zündstoff.

Die deutsche Bundesliga neu im Fokus der UPC-Kunden.

Die deutsche Bundesliga neu im Fokus der UPC-Kunden.

(Bild: Keystone)

Mit Spannung war die Preisauskunft erwartet worden, und UPC enttäuschte nicht: Das neue kostenpflichtige Sportangebot des Kabelnetzbetreibers, My Sports Pro genannt, ist mit 25 Franken pro Monat deutlich günstiger als das von Konkurrent Teleclub (dort kostet das günstigste Abo 42.80 Franken). Im UPC-Preis enthalten sind sämtliche Spiele der Schweizer Eishockey-Meisterschaft und ein Grossteil aller Partien der deutschen Bundesligen.

Ausserdem (und unter anderem) im Portfolio des Unternehmens: die russische Hockeyliga KHL, die Formel E, die Schweizer Basketball- und Handballliga oder die Coop-Tour der Beachvolleyballer. «UPC wird das unbestrittene ‹Home of Sports› der Schweiz», schreibt der Netzbetreiber in einer Medienmitteilung vom Dienstagvormittag.

Der Swisscom-Tochter Teleclub hat UPC auf die kommenden Saisons hin die Rechte an der Eishockey-Meisterschaft und der Bundesliga und dem Schweizer Fernsehen die bekannte Moderatorin Steffi Buchli abgeworben.

Zahlreiche Sportevents werden künftig im Free-TV zu sehen sein, so jeweils ein Spiel pro Woche aus den erwähnten Ligen. Der eigens dafür aufgeschaltete Kanal ist in allen kostenpflichtigen TV-Paketen von UPC enthalten, aber auch in der Grundversorgung. Der Grossteil der Übertragungen findet allerdings auf den Kanälen von My Sports Pro statt.

Ein Rückschritt für die Fans

Für die Fans ist das neue Angebot ein Rückschritt – trotz des attraktiven Preises. Wer nämlich zu Hause die nationalen Fussball- und Hockeyligen live schauen will, braucht ab der neuen Saison zwei Abonnemente, eines von My Sports Pro und eines von Teleclub. Und, das ist seit heute klar: Menschen in Gemeinden ohne Kabelnetzbetreiber haben keine Möglichkeit, das UPC-Angebot zu buchen. Im Gegensatz zu Swisscom-TV bietet UPC kein Streaming über den Computer oder eine App an, die auch Nicht-Kunden zur Verfügung stünde.


Heisst: Menschen in Gemeinden ohne Kabelnetzbetreiber gucken in die Röhre. Betroffen sind viele Bewohner von Bergtälern in den Alpen – etwa in den ausgesprochenen Hockey-Kantonen Graubünden oder Bern. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung haben zu Hause keine Möglichkeit für einen Kabelanschluss.

Das Dilemma der Swisscom

Als letzte Hoffnung bleiben diesen Sportfans zwei laufende Verfahren im Rechtsstreit zwischen UPC und Swisscom. Die Telecomfirma wurde von der Wettbewerbskommission zu einer Busse von 72 Millionen Franken verknurrt, weil sie nach deren Ansicht den UPC-Kunden nicht dasselbe Programm anbietet und diese so diskriminiert. Die Swisscom verlangt nun Gegenrecht.

Allerdings hat sie gleichzeitig einen Rekurs gegen die Busse angestrengt und befindet sich deshalb in einem Dilemma. Noch hat das Bundesgericht diesen Rekurs nicht behandelt, bei UPC wäre man laut eines Sprechers über eine Niederlage sehr erstaunt.

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