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Ryf knackt den Millionen-Jackpot

Als erste Triathletin in der Geschichte gewinnt Daniela Ryf die Triple Crown und knackt den Jackpot im Wert von einer Million Dollar.

Es gibt ordentlich was zu feiern: Daniela Ryf bei der Siegerehrung in Bahrain.
Es gibt ordentlich was zu feiern: Daniela Ryf bei der Siegerehrung in Bahrain.
Keystone

Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf hat Triathlon-Geschichte geschrieben. Die 28-jährige Solothurnerin gewann den Halb-Ironman (70.3) in Bahrain und knackte damit als erste Dreikämpferin überhaupt den Millionen-Dollar-Jackpot für die sogenannte Triple Crown.

Den Jackpot sicherte sich Ryf, weil sie bereits die ersten beiden «Kronenzacken» über die halbe Ironman-Distanz in Dubai (Challenge) sowie die 70.3-WM in Zell am See (Ö) souverän gewonnen hatte. Caroline Steffen und Ruedi Wild belegten in Bahrain jeweils den 2. Rang.

Das Schwimmen war aus Witterungsgründen - wegen starken Windes und hoher Wellen - abgesagt worden. Die verbleibenden 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen bewältigte Ryf in 3:28:20 Stunden. Ihr Vorsprung im Ziel betrug satte 9:25 Minuten. Dabei hatte Ryf in den Tagen vor dem Saison-Abschluss noch Fieber. «Auch am Renntag hatte sie sich vor dem Start nicht gut gefühlt. Erst im Verlaufe des Rennens erging es ihr besser», berichtet ihr Trainer Brett Sutton.

Schlimmer für Ryf sei in der Vorbereitungsphase indessen die Verschiebung des Final-Events um die Triple Crown um drei Wochen gewesen. Sutton: «Ihr Heimweh wurde immer grösser, zumal sie eine Athletin ist, die nicht nur den Sport im Kopf hat. Nach dieser unglaublichen Saison hat Daniela eine längere Pause mehr als nur verdient.» Obschon auch Sutton weiss, dass Ryf als Bewegungsmensch auch in der Pause nicht sitzen können wird und zumindest auf Pilates oder Ähnliches als Aktivprogramm ausweichen wird.

Rekord-Preisgeld in einem Jahr erkämpft

Ryf hat in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Dollar Preisgeld brutto verdient. Das ist die mit Abstand grösste Preisgeld-Gesamtsumme, die je ein Dreikämpfer in einem Jahr eingenommen hat. Zudem beendete sie das Jahr ungeschlagen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich mit Triathlon so viel Geld verdienen kann. Dafür bin ich dankbar», sagte Ryf.

Neben dem WM- holte sich Ryf auch noch den EM-Titel über die Ironman-Distanz, nämlich in Frankfurt mit Streckenrekord. Über die halbe Ironman-Distanz ist Ryf zweifache 70.3-Weltmeisterin und schon seit neun Rennen in Folge unbesiegt, sechs Siege über diese Distanz feierte sie alleine in diesem Jahr. Sie ist zudem die erst zweite Frau nach der Britin Leanda Cave (2012), die das Double aus Ironman- und 70.3-WM im gleichen Jahr realisierte.

2008 war Ryf schon U23-Weltmeisterin und Olympia-Siebte gewesen. Dann folgte die Zäsur: 2010 bei einem Sieg in der WM-Serie in Seoul las sie im Schwimmen einen Magen-Darm-Virus auf. Es folgte eine zweijährige Leidenszeit, ehe sie in Training und Wettkampf endlich wieder an ihre Leistungsgrenze gehen konnte.

Studium - und 2016 nach Rio?

Bereits in dieser Woche wird Ryf in Zollikofen ihr Studium in Lebensmitteltechnologie wieder aufnehmen. Zwei Semester fehlen ihr noch, bis sie den Bachelor erwerben kann. Auf sportlicher Ebene könnte in absehbarer Zukunft die Frauen-Weltbestzeit im Ironman eines der nächsten grossen Ziele für Ryf sein. Diese steht bei 8:18:13 Stunden, aufgestellt von der ehemaligen britischen Vierfach-Ironman-Weltmeisterin Chrissie Wellington auf dem schnellen Kurs im deutschen Roth.

Ein neues, zeitnaheres Ziel wäre für Ryf die Olympia-Qualifikation im Rad-Zeitfahren. «Dadurch könnte sie auch ein wenig Abstand vom Triathlon gewinnen», betont Sutton. «Die Qualifikation müsste sie im April sicherstellen», sagt der Australier. Die nicht mehr aktive Karin Thürig, die unter anderem zweimal Ironman-WM-Sechste war, hat den Spagat als Langdistanz-Triathletin und und Olympia-Teilnehmerin im Radfahren vorgemacht. Sie war im Lauf ihrer Multisport-Karriere je zweimal Zeitfahr-Weltmeisterin (2004 und 2005) sowie Bronzegewinnerin bei Olympia (2004 in Athen und 2008 in Peking) in dieser Disziplin.

Schon in der Gegenwart könnte Ryfs Traumsaison noch eine Veredelung erfahren, denn in einer Woche wird die Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt.

Wild ebenfalls mit Top-Abschluss

Ruedi Wild, der vor einer Woche ebenfalls über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen die Challenge Phuket (Thai) gewonnen hatte, glänzt in Bahrain mit Rang 2 bei den Männern. Er musste sich einzig dem Belgier Bart Aernouts geschlagen geben, der 71 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete. Bei den Männern war in Bahrain kein Athlet mehr für den Gewinn des Jackpots infrage gekommen, da es bei den ersten beiden Events verschiedene Gewinner gegeben hatte.

Initiator der «Triple Crown» vor einem Jahr war Shaikh Nasser Bin Hamad Al Khalifa. Der Prinz von Bahrain ist Präsident des nationalen olympischen Komitees von Bahrain. Er gründete auch das prominent besetzte Bahrain-Endurance-13-Team, bei dem auch Ryf unter Vertrag steht.

Bahrain. 70.3 Ironman (1,9 km Schwimmen abgesagt/90 km Radfahren/21,1 km Laufen/Final um «Triple Crown»). Männer: 1. Bart Aernouts (Be) 3:11:15. 2. Ruedi Wild (Sz) 1:11 zurück. 3. James Cunnama (SA) 2:39. - Frauen: 1. Daniela Ryf 3:28:20 (jeweils beste Rad- und Laufzeit). 2. Caroline Steffen 9:25. 3. Asa Lundström (Sd) 11:15.

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