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Razzia bei Luxemburger Rad-Team

20 Beamte der Carabinieri-Spezialeinheit NAS haben am Freitagabend bis nach Mitternacht die Unterkünfte im Hotel des Luxemburger WM-Teams in Gagiol(It) untersucht.

Die Razzia war durch die Staatsanwaltschaft Varese angeordnet worden.

Der Grund für die Untersuchung blieb unklar. Eine Hypothese besagte, sie sei auf eine Erklärung von Benôit Joachim zurückzuführen. Der Teilnehmer des Zeitfahrens am Mittwoch hatte im UCI-Formular vermerkt, er habe in der Vorbereitung der Titelkämpfe ein Sauerstoffzelt benützt. Dies ist nach den Bestimmungen des Weltverbandes zulässig, nicht aber nach der strengeren italienischen Gesetzgebung.

Die Razzia könnte auch durch einen Artikel in der Samstag-Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung» ausgelöst worden sein. Darin wird Fränk Schleck unterstellt, er habe im März 2006 6991 Euro auf das Konto von Dr. Eufemiano Fuentes bei der Genfer Filiale der Bank HBSC überwiesen. Fuentes stand im Zentrum des Dopingskandals «Operacion Puerto». Dabei wurde unter dem Codenamen «birillo» Ivan Basso als Kunde von Fuentes entlarvt. Das Anonym «amigo di birillo» konnte bisher nicht zugeordnet werden. Möglicherweise ist damit Fränk Schleck gemeint.

Die Überweisung der 6991 Euro auf das Fuentes-Konto ist durch Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Bonn erhärtet, welche die Unterlagen nach Luxemburg weiterleitete, wo Staatsanwalt Robert Biever den Geldtransfer bestätigte. Biever hat den Vorgang der Anti- Doping-Agentur des Grossherzogtums gemeldet, die bisher abwartend reagiert und vorerst Experten beiziehen will.

Fränk Schleck bestreitet weiterhin, zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen zu haben. In die Quere kommen Schlecks Behauptungen allerdings Zeugenaussagen gegenüber dem Autor der «Süddeutschen Zeitung». Demnach sollen der Radprofi und der sportliche Leiter Bjarne Riis schon in Dezember 2005 bei Fuentes gewesen sein. 2006 feierte Schleck mit seinen Siegen im Gold Race und in der Tour de France auf L'Alpe-d'Huez seinen internationalen Durchbruch.

Dopinggeständnis

Der wegen seiner früheren hohen Blutwerte als «Mister 60 Prozent» bekannt gewordene Bjarne Riis, Tour-de-France-Sieger 1996, hatte letztes Jahr ein Dopinggeständnis abgelegt. Der Däne leitet seit acht Jahren das Team CSC, auf dessen Lohnliste seit 2006 auch der Zeitfahren-Olympiasieger Fabian Cancellara steht.

Aus Frankreich wurde in der Zwischenzeit bekannt, dass im Labor Châtenay-Malabry am Montag mit der Neuauswertung der Urinproben von über 20 Teilnehmern der Tour de France begonnen wird. Die Experten haben sich rechtlich und wissenschaftlich abgesichert, dass das von ihnen weiter verfeinerte Testverfahren zum Nachweis der EPO- Weiterentwicklung Cera nicht bemängelt werden kann.

Riccardo Ricco (It) war der erste Radprofi, dem nach seinem Sieg auf Hautacam in der Tour de France der Gebrauch von Cera nachgewiesen werden konnte. Ersten Hinweisen der Dopingexperten zufolge soll die neuerliche Auswertung der Urinproben einigen Fahrern schlaflose Nächte bereiten.

si/mbr

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