Ohne Elite, dafür mit Stadtduell

Der Basler Stadtlauf erfreut sich einmal mehr grosser Beliebtheit – und kann in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Vergleich aufwarten.

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Der Lauf-Wettbewerb hat die Innenstadt fest im Griff. Gestartet wird in vielen Kategorien und Altersklassen.

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Der Lauf-Wettbewerb hat die Innenstadt fest im Griff. Gestartet wird in vielen Kategorien und Altersklassen.

René Bänziger, seit Jahren die zentrale Triebkraft des Basler Stadtlaufs, hatte in den letzten Tagen und Wochen einmal mehr alle Hände voll zu tun. Limitiert zugängliche Streckenabschnitte, programmbedingte Budgetanpassungen und perfektes Zeitmanagement sind nur einige der Faktoren, mit denen sich der OK-Chef herumzuschlagen hatte.

Letzteres sieht heute etwa so aus: Bis 14.30 Uhr ist Frischwarenmarkt auf dem Marktplatz. Folglich bleiben bis zum ersten Startschuss nur zweieinhalb Stunden für die Installation von Ziel, Zielgerüst, Zeitmessung. «Das ist eine Meisterleistung. Ich bin jedes Jahr erstaunt, wie das alles rechtzeitig zustande kommt», weiss Bänziger. Danach, um 17 Uhr, kann er sich zurücklehnen und den Stadtlauf wohlverdient geniessen.

Es ist das 37. Mal, dass zum Stadtlauf gestartet wird, und Bänziger hat schon so manchen als OK-Leiter begleitet. Längst hat sich der Event nicht nur zu einer aussergewöhnlichen Sportveranstaltung entwickelt, sondern auch als ein alljährliches Zusammentreffen von Jung und Alt in der Vorweihnachtszeit etabliert.

Auch dieses Jahr ist das Interesse wieder riesig: Stolze 8889 Teilnehmer haben sich für den Lauf bis gestern Morgen angemeldet, die Zahl aus dem Vorjahr dürfte übertroffen werden (8907 Anmeldungen). Zum historischen Vergleich: Beim ersten Stadtlauf 1983 konnten gerade einmal 1145 Nennungen verbucht werden.

Gleichmässige Verteilung

Man ist also auf dem besten Weg, das Teilnehmerfeld von damals zu verzehnfachen. So weit dürfe es allerdings nicht kommen, sagt Bänziger: «Ab 9500 Startenden wird es aus Platzgründen langsam schwierig.» Dies war 2014 der Fall, als die Rekordzahl von 9882 Anmeldungen erreicht wurde. Bänziger ist dabei besonders erfreut, dass sich die Gesamtteilnehmerzahl mehr oder weniger dritteln lässt in je gleich viele Läufer, Läuferinnen und Schüler und Schülerinnen. Das geschlechtlich und alterstechnisch gleichmässig aufgeteilte Teilnehmerfeld darf durchaus als Indiz für das breitgefächerte Interesse am Stadtlauf gesehen werden.

Zwei Änderungen im diesjährigen Programm stechen besonders hervor. Zum einen wäre die Abschaffung der Elite-Läufer-Kategorie zu nennen. Bänziger begründet die Entscheidung wie folgt: «Es ist immer schwieriger geworden, Läufer zu verpflichten.» Erfolgreiche Athleten wie Julien Wanders oder Tadesse Abraham wurden immer etwas teurer. Zudem fänden Crossläufe statt, die sich vom Datum her mit dem Basler Stadtlauf überschneiden. Deshalb möchten die Organisatoren des Stadtlaufs künftig den Breitensport und die nationalen Talente noch stärker fördern.

Basel gegen Bern

Resultierend aus dieser Entwicklung wurden neue finanzielle Mittel frei. Diese flossen in diesem Jahr vorwiegend in die Kommunikationsarbeit der Veranstaltung und in etwas teurere Finisher-Geschenke. «Schön ist auch, dass wir dadurch die Startgelder nicht erhöhen mussten, was mich insbesondere für die jüngsten Starter freut», sagt Bänziger.

Die zweite grosse Änderung besteht in der Reorganisation der Nachwuchs-Elite-Kategorie. Neben den üblichen Läufen in den U-18- und U-20-Klassen für Frauen und Männer findet neu ein Kadervergleich zwischen den Athletinnen und Athleten des Leistungszentrums Nordwestschweiz und denjenigen des Berner Leichtathletik-Verbands statt. Demnach steht am Basler Sportwochenende nicht nur im Fussball, sondern auch am Stadtlauf alles im Zeichen des Duells Basel gegen Bern.

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