Monat der Wahrheit

Der Januar steht ganz im Zeichen der NFL-Playoffs. Alle wollen in die Superbowl, die am 3. Februar in Miami stattfindet. Wer hat die besten Chancen?

Baltimores Lamar Jackson war der überragende Spieler der regulären Saison.

Baltimores Lamar Jackson war der überragende Spieler der regulären Saison.

(Bild: Evan Habeeb)

Touchdowns in letzter Sekunde, Aufholjagden aus scheinbar aussichtslosen Situationen, Drama in der Verlängerung: Allein die letzten paar Jahre haben bewiesen, dass die ohnehin schon kaum zu überbietende Dramatik des Football-Sports noch einmal komplett neue Auswüchse erreichen kann, nachdem die reguläre Saison ihr Ende gefunden hat.

Zehn der zwölf Playoff-Teams standen schon vor der letzten Runde fest. Im Saisonschlussspurt ist es jedoch mit erheblichen Qualitätsunterschieden zwischen einzelnen Teams endgültig vorbei. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Frage nach möglichen Titelfavoriten. Und die Vergangenheit hat nicht nur einmal bewiesen, dass auch deklarierte Underdogs im Kampf um einen Superbowl-Titel mehr als nur ein Wörtchen mitzureden haben.

In der American Football Conference kann die Devise nur lauten, die New England Patriots vom Thron zu stürzen. Die Franchise aus der Nähe von Boston ist Titelverteidiger, dominierte in den letzten Jahren ihre Konferenz nach Belieben. Die letzten drei Jahre entschied New England die AFC für sich, viermal in den letzten fünf Saisons. Daraus resultierten drei Superbowl-Titel für die Mannen um Star-Quarterback Tom Brady.

Dieses Jahr dürfte es für die Neuengländer jedoch um einiges schwieriger werden. Durch eine Heimniederlage am letzten Spieltag gegen Miami rutschten die Patriots zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder in die Wild-Card-Runde ab, wo mit den Tennessee Titans ein Geheimfavorit lauert.

Bezwingt man die Titans, müsste man sich für eine erneute Superbowl-Teilnahme zunächst auswärts gegen die Chiefs, die mit New England nach der Niederlage im letztjährigen AFC Championship Game noch eine Rechnung offen haben, durchsetzen. Dies wird schwer genug, zumal die Chiefs mit Patrick Mahomes den letztjährigen Most Valuable Player der Liga besitzen.

Meistert man diese Herkules-Aufgabe dennoch, dürften sehr wahrscheinlich die Baltimore Ravens die Patriots empfangen. Der Superbowl-Sieger von 2013 spielte nicht nur die stärkste Regular Season der ganzen Liga, sondern stellt mit Lamar Jackson auch den designierten MVP.

Dass die Patriots die Chiefs und die Ravens bezwingen, erscheint unwahrscheinlicher als ein Duell zwischen Mahomes und Jackson, da beide die Patriots zudem bereits in der Regular Season bezwingen konnten. Den Bills und den Texans kommen eher Aussenseiterchancen zu.

Ausgeglichene NFC

Wie eigentlich inzwischen jedes Jahr erscheint es in der National Football Conference schwieriger, einen Favoriten auszumachen. Für die 49ers spricht, dass sie in der regulären Saison mit den Packers, den Seahawks und den Saints bereits drei der Topfavoriten auf die Superbowl schlagen konnten. Alle der Playoff-Teilnehmer der NFC verfügen über hervorragende Defenses, die 49ers spielen aber wahrscheinlich die vielseitigste Offense. Allerdings mangelt es dem Traditionsteam an Playoff-Erfahrung, die Mannschaft befindet sich noch in einem Wiederaufbau.

Die Packers leben neben ihrer starken Verteidigung einmal mehr von Quarterback Aaron Rodgers, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er an einem guten Tag jeden Gegner quasi im Alleingang schlagen kann.

Saints vom Pech verfolgt?

Die Saints gehören nunmehr seit Jahren zu den besten Teams der NFL, sind in den letzten beiden Jahren unfassbar unglücklich aus den Playoffs ausgeschieden. Gut möglich, dass in dieser Spielzeit die Equipe um Drew Brees das Team der Stunde ist.

Auch mit den Seahawks ist zu rechnen. Cheftrainer Pete Carroll ist ligaweit der Erfahrenste seines Fachs und holt aus seinen Spielern stets das Optimum raus. Doch auch seine Mannschaft befindet sich noch nicht am Zenit ihres Potenzials.

In letzter Zeit war es oft so, dass die NFC die stärkere, ausgeglichenere Konferenz war, und die Superbowl dennoch an den Vertreter der AFC ging. Es würde nicht verwundern, wenn es auch dieses Jahr wieder so kommen würde. Sollte Lamar Jackson gesund bleiben, führt der Titel wohl nur über die Franchise aus Baltimore, da sein Spiel einfach nicht zu verteidigen zu sein scheint.

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