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«Jeder sollte für Joe beten»

Seine grossen Fights mit Muhammad Ali gingen in die Boxgeschichte ein. Doch jetzt führt der frühere Weltmeister Joe Frazier seinen schwersten Kampf.

Joe Frazier kassierte von Muhammad Ali beim Titelkampf in Manila am 1. Oktober 1975 eine krachende Rechte.
Joe Frazier kassierte von Muhammad Ali beim Titelkampf in Manila am 1. Oktober 1975 eine krachende Rechte.
Keystone
Die beiden lieferten sich packende Kämpfe.
Die beiden lieferten sich packende Kämpfe.
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Auch sein früherer Gegner Muhammad Ali (l.) ist schwer erkrankt und leidet an Parkinson. Frazier (M.) hatte seinen ehemaligen Konkurrenten immer wieder getroffen.
Auch sein früherer Gegner Muhammad Ali (l.) ist schwer erkrankt und leidet an Parkinson. Frazier (M.) hatte seinen ehemaligen Konkurrenten immer wieder getroffen.
Keystone
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Die «New York Post» berichtet, dass der ehemalige Schwergewichtsweltmeister an Leberkrebs erkrankt sei. Seine Feindschaft und seine grossen Kämpfe mit Muhammad Ali sind unvergessen. Ob der «Fight of the Century» 1971 im New Yorker Madison Square Garden, als erstmals in der Geschichte des Boxsports zwei ungeschlagene Schwergewichtsweltmeister aufeinandertrafen und Titelverteidiger Frazier nach einem Niederschlag einen klaren Punktsieg einfuhr. Oder der legendäre «Thrilla in Manila» vier Jahre später auf den Philippinen, als Fraziers Trainer nach 14 Runden das Handtuch warf.

Nun liegt der inzwischen 67-jährige «Smokin' Joe» in einem Spital in Philadelphia mit Leberkrebs im Endstadium. Sein Manager Leslie Wolff verkündete, dass Fraziers Kampf so gut wie aussichtslos sei. «Das Ärzteteam kümmert sich um ihn und prüft Optionen», sagte Wolff und schob nach: «Es gibt nur wenige. Wir müssen auf ein Wunder hoffen. Jeder sollte für Joe beten. Er gibt nicht auf.» Die Krankheit sei erst vor rund einem Monat entdeckt worden. Dies, obwohl der frühere Weltmeister und Olympiasieger seit langem gebrechlich wirkte. «Smokin' Joe», wie Frazier wegen seines unerschütterlichen Vorwärtsganges im Ring respektvoll genannt wurde, befindet sich zurzeit in einem Hospiz in seiner Heimatstadt Philadelphia. Laut eines engen Bekannten, den die "New York Post" zitierte, habe der ehemalige Box-Champion nur noch eine kurze Zeit zu leben.

Frazier ist vor allem durch seine drei Kämpfe gegen Muhammad Ali in die Boxgeschichte eingegangen. Am 8. März 1971 brachte er in New York Ali im «Fight of the Century», dem «Kampf des Jahrhunderts», die erste Niederlage bei und schickte Ali dabei in der 15. Runde kurzfristig auf die Bretter. 1974 unterlag er Ali an gleicher Stelle im Madison Square Garden nach Punkten.

Mit Ali lieferte er sich den legendären «Thrilla in Manila»

Höhepunkt der Serie war der von Don King organisierte «Thrilla in Manila» am 1. Oktober 1975 in der Hauptstadt der Philippinen, als Frazier im Kampf um die WM der Verbände WBC und WBA nach der 14. Runde völlig erschöpft aufgeben musste. Ali gab später zu, dass er selbst unmittelbar vor der Aufgabe stand. Dies sei der härteste Kampf seiner Karriere gewesen. Beide Kämpfer lagen danach wochenlang im Krankenhaus. 1964 gewann Frazier in Tokio Olympisches Gold im Finalkampf gegen den Deutschen Hans Huber. Die Goldmedaille zerteilte er anschliessend und schenkte jedem seiner Kinder ein Stück. Als Profi war Frazier zwischen dem 4. März 1968 und dem 22. Januar 1973 Weltmeister aller Klassen. Er verlor den WM-Titel in Jamaikas Hauptstadt Kingston gegen George Foreman und kassierte dort seine erste Niederlage. Frazier musste gleich sechsmal zu Boden, bevor der Ringrichter das ungleiche Duell in der zweiten Runde beendete.

Der Bund

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