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Jamaikanische Sprint-Stars mit Superzeiten

Yohan Blake stellte am Diamond-League-Finale in Brüssel Usain Bolt in den Schatten, der über 100 m mit 9,76 Sekunden Saisonschnellster ist. Blake lief über 200 m mit 19,26 Sekunden die zweitbeste je gelaufene Zeit.

Ein ultraschnelles Duo: Usain Bolt (l.) und Yohan Blake sorgten für die Highlights zum Saisonende in Brüssel.
Ein ultraschnelles Duo: Usain Bolt (l.) und Yohan Blake sorgten für die Highlights zum Saisonende in Brüssel.
Keystone

Bei einem Rückenwind von 0,7 m/s blieb der 21-jährige Trainingspartner von Bolt nur sieben Hunderstel über dessen Weltrekord von 2009 in Berlin. Seine persönliche Bestzeit verbesserte Blake um mehr als eine halbe Sekunde. «Ich wusste, dass ich in einer gute Form bin und 19,5 laufen kann, aber dass ich so schnell war, überrascht mich schon», sagte Blake. Vor allem die letzten 50 Meter seien «crazy» gewesen. Beim Ausgang der Kurve war der neben ihm auf Bahn 6 laufende Walter Dix noch fast gleichauf mit Blake gelegen. Am Ende stellte Dix mit 19,53 Sekunden ebenfalls eine persönliche Bestzeit auf und entschied als Zweiter das Diamond Race zu seinen Gunsten. Dabei profitierte der WM-Zweite über 100 m und 200 m auch vom Startverzicht von Bolt über diese Distanz.

Mit seinem Exploit über die lange Sprintstrecke bewies Blake, dass er bei seinem WM-Titel in Daegu über 100 m nicht nur von der Abwesenheit von Bolt, Asafa Powell und Tyson Gay profitiert hatte - und dass er in naher Zukunft wohl der grösste Herausforderer Bolts sein wird. Er fühle sich derzeit als Nummer 1, äusserte sich Blake nach dem Rennen ohne falsche Bescheidenheit. «Der Weltrekord über 200 m ist möglich, dass habe ich bereits kurz nach dem Rennen gespürt.» Allein mit einem besseren Start - Blake kam mit einer Reaktionszeit von 0,269 Sekunden sehr spät aus dem Startblock - hätte dieser bereits gestern Realität werden können.

Bolts Ansprüche

Zumindest verbal stand Bolt seinem drei Jahre jüngeren Landsmann aber um nichts nach: «Ich bin noch immer die Nummer 1», so Bolt, der seit Tagen über eine leichte Knöchelverletzung klagte. Wenige Minute vor Blakes Traumlauf hatte der dreifache Olympiasieger von Peking über 100 m in 9,76 Sekunden eine Jahresweltbestzeit aufgestellt. Der Weltrekordhalter und Olympiasieger siegte am Saisonfinale ausserhalb der Diamond League bei einem Rückenwind von 1,4 m/s klar vor seinen Landsleuten Nesta Carter (9,89) und Lerone Clark (10,05). Er unterbot damit die bisherige Saisonbestmarke von Asafa Powell um 2/100. Wie bereits in Zagreb, als er am Dienstag 9,85 Sekunden gelaufen war, verzeichnete Bolt auch in Brüssel alles andere als einen idealen Start. Erst auf den letzten 30 Metern vermochte er Carter noch deutlich zu distanzieren.

«Ich habe getan, was ich tun wollte. Aber ich musste niemandem beweisen, dass ich schnell laufen kann. Ich habe es für die Fans gemacht», so Bolt, der sich kurz nach seinem Sieg via Mikrofon bei den knapp 50'000 Zuschauern persönlich für deren Unterstützung bedankte. Der starke Auftritt seines Trainingspartners und Staffelkollegen kurz darauf überraschte auch ihn, deswegen fürchten tut er sich vor Blake in Zukunft aber nicht. «Ich hatte und habe noch nie vor einem Gegner Angst gehabt. Yohan ist sehr fokussiert, aber er hat noch einen weiten Weg vor sich», so Bolt.

Die Vorfreude auf Olympia

Bolt selber hatte ursprünglich auch geplant, in Brüssel über 200 m zu laufen. Zwei Tage nach seinem Fauxpas über 100 m an den Weltmeisterschaften in Daegu äusserte das Management des Jamaikaners gegenüber Brüssels Meetingdirektor Wilfried Meert die Bitte, dass Bolt beim Saisonfinale über 100 m laufen könne. Meert erfüllte dem Weltrekordhalter verständlicherweise den Wunsch und stellte innerhalb von knapp drei Wochen ein einigermassen konkurrenzfähiges Feld auf die Beine. Auch Weltklasse Zürich hatte sich bei Bolt nach dessen «Fehlstart des Jahrhunderts» (Meert) gemeldet. Aufgrund der kurzen Regenerationspause nach den WM lehnte der Jamaikaner aber dankend ab.

Obwohl Bolt nun froh ist, dass die Saison zu Ende ist und er nun einen Monat in seiner Heimat Jamaika das Nichtstun geniessen wird, freut er sich bereits auf die Olympiasaison und die Duelle mit seinem Landsmann. «Olympische Spiele sind für jeden Sportler der grösste Anlass, deshalb werde ich mich sehr seriös darauf vorbereiten», so Bolt - zusammen mit Blake und Trainer Glen Mills, dem Trainer der beiden derzeit schnellsten Männer der Welt.

si/fal

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