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Italienisches Festival an der Heim-WM

Die Heim-WM der italienischen Rad-Profis in Varese wurde zum Festival der Einheimischen. Aber nicht Paolo Bettini holte sich den Titel, sondern Alessandro Ballan vor Damiano Cunego.

Die Gegner düpiert: Der Italiener Ballan fährt als Erster durchs Ziel.
Die Gegner düpiert: Der Italiener Ballan fährt als Erster durchs Ziel.
Keystone

Matti Breschel (Dä) sicherte sich die Bronzemedaille.

Die Schweizer hatten sich vorgenommen, bei den Offensivaktionen dabei zu sein. Daraus wurde aber nichts, obwohl die ersten 180 km nicht in einem hohen Stundenmittel zurückgelegt wurden. Als das Rennen nach rund 200 km wirklich begann, mussten Martin Elmiger, Gregory Rast und Markus Zberg klein beigeben. Oliver Zaugg (50.) wurde die Distanz von 260 km zum Verhängnis, als an der Spitze immer wieder attackiert wurde. Rubens Bertogliati (25.) verfügte zwar über gute Beine. Der Tessiner scheiterte aber in der Schlussrunde an der letzten Steigung.

Starke Italiener

Nach rund 120 km nahmen die Italiener das Geschehen in die Hand. Danach entwickelte sich das erwartete Duell zwischen den Azzurri und den Spaniern. Auf italienischer Seite hiess in seinem letzten Wettkampf der Verlierer Bettini, der es nicht schaffte, den dritten Titel in Serie zu gewinnen und damit in die Geschichtsbücher einzugehen. Aber auch die Spanier gelangten nicht aufs Podest. Oscar Freire blieb das vierte Regenbogentrikot versagt, was ebenfalls einzigartig gewesen wäre. Auch Alejandro Valverde und Alberto Contador blieben geschlagen. Joaquin Rodriguez kam mit den Verfolgern als Sechster ins Ziel - die Spanier hatten gewiss mehr erwartet.

Als es wirklich hart zur Sache ging, waren die Fahrer der zweiten Linie an der Spitze. Von ihnen setzte sich schliesslich mit einem trockenen Antritt 3 km vor dem Ziel Alessandro Ballan durch, Damiano Cunego sicherte dem Veranstalterland im Spurt der Verfolger den Doppelsieg. «Gegen die italienische Übermacht war es am Schluss zu schwierig, mehr zu erreichen», erklärte der drittklassierte Matti Breschel, der die letzte Etappe der Vuelta für sich entschieden hatte.

Cunego und Davide Rebellin (4.) hatten auf den letzten Kilometern die Gegner mit Antritten zermürbt, ehe Ballan Freund und Feind mit seinem Vorstoss überraschte. Gestohlen hat der Athlet aus dem Veneto den Triumph keineswegs. Ballan lancierte in der drittletzten Runde einen erfolgversprechenden Angriff, wurde aber wieder gestellt. Danach musste der 19. italienische Strassen- Weltmeister in der Geschichte des seit 1927 ausgetragenen Titelkampfes wegen Beinkrämpfen etwas zurückstecken.

Überzeugende Teamleistung

«Als Mannschaft haben wir einen grossartigen Zusammenhalt gezeigt. Ich selbst glaubte aber erst auf den letzten 5 Kilometern daran, dass ich es vielleicht doch noch schaffen könnte. Unsere Taktik war ganz auf Bettini ausgerichtet. Als er wie schon in Peking so eng markiert wurde, zeichnete sich ab, dass wir einen anderen Weg wählen mussten», erklärte der neue Weltmeister. Ballan hatte letztes Jahr als Sieger der Flandern-Rundfahrt seinen grossen internationalen Durchbruch verzeichnet. Im vergangenen April erreichte der Italiener in Paris - Roubaix den 3. Platz. Vor dem Gewinn des WM-Titels hatte Ballan nach einer langen Flucht die Vuelta-Bergankunft in Andorra gewonnen und sogar das Leadertrikot der Spanien-Rundfahrt getragen. Profi seit 2004, stellt diese WM erst den zehnten Sieg in der Karriere Ballans dar.

si/fal

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