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«Ich liebe meine Favela!»

In den Slums von Rio klagt man weniger über die Armut als über das schlechte Image. Eine Bewohnerin wettert gegen die Regierung, die Medien und freut sich über Olympia.

Die Schattenseite von Rio: Fern von Olympia kämpfen die Favelas gegen Vorurteile und fordern Respekt.

Manch einer keucht schon auf halbem Weg. Steil ist die Treppe, geradezu himmelwärts scheint sie zu führen, und man möchte nicht derjenige sein, der sie täglich nehmen muss. Dafür ist das Ziel ein Ziel. An den Hang schmiegen sich enge Gässchen und Häuschen, die höher sind als breit. Holzhütte an Betonbau, Ziegeldach neben Wellblech. Über die Strasse stolziert ein Hahn. Nach ihm ist der Ort sogar benannt. Wir sind in Cantagalo, übersetzt: singender Hahn; es ist eine Favela hoch über dem Nobelviertel Ipanema. Fast 800 solcher Armen- oder Elendsviertel gibt es in ganz Rio de Janeiro, manche sind weltberühmt wie die Cidade de Deus, die der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles im Drama «City of God» porträtierte. 36 000 Menschen leben in diesem Stadtteil im Westen der Stadt.

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