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Erstklassiger Sport mit viel Style

Mit einer Flugshow in vier verschiedenen Disziplinen ist das dreitägige Trendsport-Festival «freestyle.ch» spektakulär zu Ende gegangen.

Am Sonntag hatte das Happening auch Glück mit dem Wetter.
Am Sonntag hatte das Happening auch Glück mit dem Wetter.
Keystone
Akrobatik auf höchster Stufe wurde den zahlreichen Zuschauern geboten.
Akrobatik auf höchster Stufe wurde den zahlreichen Zuschauern geboten.
Keystone
Bis zu 28 m weite Sprünge soll die neue Rampe ermöglichen.
Bis zu 28 m weite Sprünge soll die neue Rampe ermöglichen.
Doris Fanconi
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Der Romand Mat Rebeaud verpasste im Freestyle-Motocross seinen vierten Triumph in Serie um Haaresbreite. Die Show in vier Akten lockte die Massen an.

Den Programmhöhepunkt timten die Organisatoren der europaweit wichtigsten Freestyle-Veranstaltung perfekt. Innerhalb von 60 Minuten zogen die vier besten Fahrer der Kategorien Freestyle-Motocross (FMX), Freeski, Snowboard und Skateboard Zehntausende von Zuschauern in ihren Bann. Die Stars der internationalen Szene erfüllten mit ihren riskanten Tricks die höchsten Ansprüche und boten in jeder Beziehung eine erstklassige Performance.

Bonusrunde für die Fans

Mit der Premiere der so genannten Super-Finals wurde das Publikum kurz nach den Endläufen in den einzelnen Sparten quasi mit einer Bonusrunde verwöhnt. «Dieses Format ist im Freestyle-Sport einzigartig. Mir ist jedenfalls kein Event bekannt, wo man innerhalb so kurzer Zeit derart hochklassigen Sport zu sehen bekommt», beurteilte OK-Präsident Erwin Flury das Novum sehr positiv.

Flurys Konzept bewährt sich. Die Mixtur aus Show (Crossover-Night am Samstag) und Spitzensport mit einer seriösen Qualifikation und den sonntäglichen Finals stösst mittlerweile auf eine breite Akzeptanz. Die nationale TV-Station übertrug die Superfinals zur attraktiven Vorabendzeit live. 46 000 Zuschauer strömten in den vergangenen drei Tagen auf die Zürcher Landiwiese. Die 14. Ausgabe mit einem Rekordbudget von 3,3 Millionen Franken ist in die Kategorie von Zürichs Top-Events aufgestiegen.

Tom Lüthi sah Mat Rebeauds Crash

Von den Athleten war bis zum letzten Run ein Höchstmass an Konzentration gefordert. Die im Vergleich zum Vorjahr auf allen Wettkampfplätzen nochmals ausgebaute Infrastruktur verlangte den Stars alles ab. Sowohl auf dem Kicker mit einer 38 m über dem Boden installierten Startgate als auch im FMX-Parcours mit zwei fast vertikalen Absprungrampen war ein perfektes Risikomanagement zwingend.

In der FMX-Konkurrenz «pokerte» Thomas Pagès am besten. Der Flip- Spezialist von der französischen Atlantikküste überzeugte die Jury mit sechs tadellosen Durchgängen ohne die geringste Unsicherheit bei der Landung. Der Schweizer Mat Rebeaud hingegen, im weltweiten FMX-Ranking nahezu am höchsten eingestuft, riskierte gleich zu Beginn des zweiten Runs zu viel. Nach einem zu gewagten Sprung ohne einen einzigen Griffkontakt erlitt der dreifache «freestyle.ch»-Champion einen Crash.

Unverletzt, aber spürbar enttäuscht musste sich der übermütige Favorit mit dem für ihn ungewohnten zweiten Rang begnügen. Nach dem Sturz des Wahl-Kaliforniers war klar, dass das Trendsport-Happening ohne Schweizer Erfolg enden würde. Den Sieg hatte der unverletzte Rebeaud zwar verspielt, die Sympathien der Anhänger und Bewunderer im Zielgelände waren ihm dennoch gewiss.

Und einer fühlte mit dem Sturzopfer speziell mit: Tom Lüthi. Der ehemalige Motorrad-Weltmeister verfolgte die Show hautnah mit. Der Branchenkollege Rebeauds kennt die Tücken der Motorsportwelt aus eigener Erfahrung. Die Spuren seines letzten Sturzes waren noch sichtbar. Lüthi trägt um die linke Hand eine dicke Bandage. Vor den Leistungen der FMX-Rider zog er den Hut: «Was die hier aufgeführt haben, ist schlicht unglaublich.»

Skandinavier dominant

Auf dem monströsen Schanzenkonstrukt der Snowboarder und Freeskifahrer spielten die Schweizer nur eine Nebenrolle. Reto Kestenholz, der Bruder des früheren Weltklasse-Alpinboarders Ueli Kestenholz, und der ehemalige FIS-Weltmeister Markus Keller erreichten zwar den Final, verpassten aber den Vorstoss in die Top 4. Dort sicherte sich der Österreicher Stefan Gimpl mit einem 1080- Frontside-Manöver den Sieg. Drei technisch perfekte Drehungen trugen ihm 10 000 Dollar Prämie ein.

Im Metier «Freeski» gaben die jugendlichen Skandinavier den Ton an. Der Schwede Jacob Wester (20) überflügelte den norwegischen Herausforderer Per Kristian Hunder um 1,25 Wertungspunkte. Wester hatte bereits den «normalen» Final dominiert. Ausser den US-Cracks vermag in dieser im Wortsinn jungen und extrem aufstrebenden Sportart derzeit niemand mit der fast grenzenlosen Risikobereitschaft der wilden Nordländer mitzuhalten.

«Buenos Dias»

Noch diskussionsloser als die schwedischen und norwegischen «Ski- Freidenker» beherrscht der Brasilianer Sandro Dias die Skateboard-Halfpipe-Szene. Der mit 33 Jahren älteste «freestyle.ch»-Gewinner überliess den Konkurrenten aus Australien und den USA nur die Rolle der gleich in corpore stürzenden Statisten. Dias präsentierte sein virtuoses (Sprung-)Programm, als würde er auf unsichtbaren Schienen durch die halbe Röhre rollen. Der Mann, der 1986 erstmals auf einem Rollbrett stand, ist seit Jahren unschlagbar gut.

si/fal

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