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Alle protestieren gegen Trump – nur einer singt die Hymne

Alejandro Villanueva geht alleine aufs Football-Feld, um die Nationalhymne zu singen. Der Rest seines Teams bleibt in der Kabine.

Die Nationalhymne vor dem Spiel der Chicago Bears gegen die Pittsburgh Steelers, doch nur ein Spieler der Steelers ist auf dem Feld. Quelle: Youtube

In allen NFL-Stadien protestieren die Spieler gegen die Aussagen von Präsident Donald Trump. Einige knien während der Hymne, andere sitzen auf der Bank, und ein paar Teams bleiben sogar in der Kabine. So auch das Team der Pittsburgh Steelers bei ihrem Spiel gegen die Chicago Bears. Das, obwohl es von der Liga vorgeschrieben ist, dass die Mannschaften während der Hymne auf dem Platz stehen müssen.

Pittsburgh-Coach Mike Tomlin sagte vor dem Spiel, dass sie sich nicht in die Politik einmischen wollten. «Wir sind Football-Spieler und Coaches. Wir werden bei der Hymne nicht anwesend sein. Nicht, weil wir sie nicht respektieren, sondern um uns von der ganzen Situation zu entfernen, um uns auf Football zu konzentrieren. Deshalb haben wir als Team entschieden, für die Nationalhymne nicht aufs Spielfeld zu gehen.»

In Afghanistan im Einsatz

Doch ein Spieler hält sich nicht daran. Er steht vor dem Spielertunnel, die Hand auf der Brust, und singt die «Star-Spangled Banner». Dieser Spieler ist Offensive Lineman und Armee-Veteran Alejandro Villanueva. Der 29-Jährige besuchte die Militärakademie Westpoint. Danach entschied er sich gegen eine Karriere in der NFL und schloss sich dem amerikanischen Militär an, für das er während mehrerer Jahre in Afghanistan im Einsatz war.

Villanueva startete seine NFL-Karriere bei den Philadelphia Eagles, wo er 2014 einen Rookie-Vertrag erhielt. Wenige Wochen später wurde er entlassen, blieb aber nicht lange ohne Team. Die Steelers verpflichteten ihn.

Für den Armee-Veteran hat die Nationalhymne eine besondere Bedeutung. Er singt sie bei jedem Spiel und äusserte sich 2016 auch kritisch zu Colin Kaepernicks Protest – der beim Abspielen der Hymne kniete.

«Ich denke, dass die meisten Amerikaner wissen, dass die Minderheiten schlecht behandelt werden und es ein Problem gibt. Doch indem er bei der Nationalhymne nicht steht, vergisst er die vielen Soldaten aus Minderheiten, welche für die Flagge und ihr Land kämpfen», sagte Villanueva damals zu Kaepernicks Protest.

Villanuevas Alleingang hatte keine Folgen für ihn. Zudem bleibt es abzuwarten, ob er auch nächstes Wochenende bei der Hymne wieder einsam auf dem Feld steht, oder ob seine Teamkollegen neben ihm stehen werden.

Bildstrecke: Stimmen zu den Protesten

«Ich habe enormen Respekt vor dem Militär doch was Präsident Trump in seiner Rede gesagt hat, war ein Angriff auf unsere Redefreiheit. Deshalb haben wir gemeinsam entschieden, etwas dagegen zu unternehmen.» (Von Miller, Denver Broncos)
«Ich habe enormen Respekt vor dem Militär doch was Präsident Trump in seiner Rede gesagt hat, war ein Angriff auf unsere Redefreiheit. Deshalb haben wir gemeinsam entschieden, etwas dagegen zu unternehmen.» (Von Miller, Denver Broncos)
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«Ich weiss, dass ich kein Hurensohn bin, und ich werde alles tun, was ich nur kann, um mich für Gleichberechtigung in diesem Land einzusetzen.»(DeShone Kizer, Celeveland Browns)
«Ich weiss, dass ich kein Hurensohn bin, und ich werde alles tun, was ich nur kann, um mich für Gleichberechtigung in diesem Land einzusetzen.»(DeShone Kizer, Celeveland Browns)
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«Es passiert so viel in der Welt und in den USA, und der Präsident macht sich Gedanken um NFL-Spieler? Er ist der mächtigste Mann der Welt und spricht über unseren Protest. Ich als Afroamerikaner und Vater nahm persönlich, was Trump sagte.» (Michael Thomas, Miami Dolphins)
«Es passiert so viel in der Welt und in den USA, und der Präsident macht sich Gedanken um NFL-Spieler? Er ist der mächtigste Mann der Welt und spricht über unseren Protest. Ich als Afroamerikaner und Vater nahm persönlich, was Trump sagte.» (Michael Thomas, Miami Dolphins)
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