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Ein grosser Sieg für Darren Clarke – mit 42 Jahren

Einen Monat nach dem Sieg von Rory McIlroy am US Open bestimmt ein weiterer Nordire die Schlagzeilen im Weltgolf.

Der sensationelle Gewinner des 140. British Open heisst Darren Clarke. Er errang mit 42 Jahren hoch überlegen seinen ersten Triumph an einem Majorturnier. Darren Clarke gehörte während vielen Jahren zu den stärksten Golfern Europas. Sein grossartiger Sieg in Sandwich ist insofern keine Überraschung. Jedoch hatte Clarke seit dem Tod seiner an Brustkrebs erkrankten Ehefrau im August 2006 nie mehr die Konstanz und die Spielstärke früherer Jahre erreicht.

Während seiner Siegesansprache konnte er die Tränen zurückhalten. Ganz anders war es im September 2006, als er - wenige Wochen nach dem Verlust seiner Frau - mit Europas Team in Irland den Ryder Cup gegen die US-Golfer gewann. Damals weinte er in den Armen von Teamcaptain Ian Woosnam. Die Bilder der Tränen und der Champagner-Ströme gingen um die Welt. In seiner gestrigen Ansprache erwähnte Clarke seine Frau Heather, ohne ihren Namen zu nennen. «Jemand schaut von da oben zu», sagte er zum Himmel blickend.

Dominator am ältesten Golfturnier

Auf dem königlichen Par-70-Kurs von St. Georges's an Englands Südostküste beherrschte Darren Clarke die namhafte Gegnerschaft in nie erwarteter Weise. Er gewann das älteste Golfturnier drei Schläge vor den Amerikanern Dustin Johnson und Phil Mickelson, dem viermaligen Majorturnier-Gewinner. Auf den letzten Löchern konnte er dank einer Führung von fünf Schlägen auf Sicherheit spielen und sich zwei Schlagverluste (Bogeys) leisten. Clarke war mit einem Schlag Vorsprung auf Dustin Johnson zur verregneten Schlussrunde gestartet. Den einzigen kritischen Moment erlebte er, als Phil Mickelson mit einem Eagle (2 unter Par) am 7. Loch gleichgezogen hatte. Wenig später schaffte Clarke an diesem Par-5-Loch ebenfalls einen Eagle. Von dort weg kamen die Rivalen nie mehr näher als auf zwei Schläge heran.

Clarkes Triumph ist eine weitere Bestätigung dafür, dass die Konkurrenz im Weltgolf sehr offen geworden ist, seit Tiger Woods seine einstige Dominanz eingebüsst hat. Woods war wegen seiner hartnäckigen Knieverletzung am British Open nicht am Start. In den letzten zwölf Majors trugen sich zwölf verschiedene Spieler in die Siegerlisten ein. Nordirland stellte in den letzten fünf Majors dreimal den Sieger (Graeme McDowell am US Open 2010, McIlroy und Clarke in diesem Jahr).

Schwache Weltspitze, starker Oldie

Die als erklärte Favoriten gestarteten Top 4 der Weltrangliste konnten nie in den Kampf um den Sieg eingreifen. Luke Donald (Nummer 1) und Lee Westwood (2) qualifizierten sich nicht einmal für die beiden Finalrunden. Martin Kaymer (3) wurde Zwölfter, Rory McIlroy (4) belegte den 25. Platz.

Viel Beachtung fand zurecht die Leistung des amerikanischen Veteranen Tom Watson. Er belegte mit seinen 61 Jahren inmitten von lauter potentiellen Söhnen und Enkeln den 22. Platz. In der zweiten Runde gelang ihm am 160 Meter langen 6. Loch ein Hole-in-one. Vor zwei Jahren hätte Watson «The Open» beinahe zum sechsten Mal gewonnen. Er musste sich damals erst im Stechen seinem Landsmann Stewart Cink beugen.

Darren Clarke siegte in seiner Karriere 13 Mal auf der Europa-Tour. Neun dieser Erfolge errang er in seiner besten Zeit zwischen 1993 und 2003. Seine beste Klassierung an einem British Open und einem Majorturnier überhaupt war der 2. Platz von 1997 hinter dem Amerikaner Justin Leonard. Seit Juli 2001 brachte er es an keinem grossen Turnier mehr unter die Top 10. Bis gestern.

si/ot

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