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«Du spürst ein Kribbeln auf der Haut»

Miguel Angel Jimenez nimmt zum 20.Mal am Omega European Masters teil. Der 44-jährige Spanier spricht über seine Beziehung zu Crans, über den prestigeträchtigen Ryder-Cup und über die Olympischen Spiele.

Sie treten zum 20.Mal in Crans an; können Sie sich noch an Ihren ersten Aufenthalt erinnern? Miguel Angel Jimenez: Ja, ich kam mit dem Bus, stieg aus und trug mein Gepäck den Hügel hoch. Im Hotel Miédzor bekam ich ein Zimmer. Seit 20 Jahren wohne ich stets im selben Hotel; sogar nachdem es in ein Aparthotel umgebaut worden war, hielt man mir immer ein Zimmer frei.

Sie haben in 20 Anläufen nie gewonnen. Weshalb kommen Sie immer wieder hierher? Die Gegend ist wunderschön, und ich habe viele gute Erinnerungen. Ich habe hier Freunde gefunden, die ich nie sehen würde, spielte ich nicht in Crans. Es geht nicht nur um Golf und Geld, es geht auch darum, einmal im Jahr meine Freunde zu treffen. Zudem kommt meine Familie gern hierher. Wir haben meinen ältesten Sohn hier gezeugt (schmunzelt).

Wie denken Sie über die Wahl des europäischen Ryder-Cup-Captains Nick Faldo? Wie denken Sie darüber?

Ich bin überrascht, dass er keinen Routinier ins Team genommen und zum Beispiel Darren Clarke übergangen hat. Klar hätte ich Darren gerne dabei, aber der Captain hat nun mal nur zwei Wildcards. Ich denke nicht, dass Faldo einen Fehler machte, als er sich für Ian Poulter und Paul Casey entschied. Beide gehören zu den Top 30 in der Weltrangliste – was soll an der Wahl also falsch sein?

Der amerikanische Captain konnte erstmals vier Spieler auswählen. Müssten die Europäer dieses System auch einführen? Wir haben die letzten drei Ryder-Cups gewonnen, also machen wir die Sache nicht schlecht.

Was bedeutet Ihnen der Ryder-Cup? Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Sie müssten in meiner Haut stecken, damit sie das verstehen könnten. Es geht um viele Dinge, um die Geschichte, um all die grossartigen Spieler, die schon mitgespielt haben. Du spürst ein Kribbeln auf der Haut, hast so viele Gefühle. Ich kann es nicht besser erklären.

Viele Jahre hatte kein Europäer einen Major-Titel geholt, nun gewann der Ire Padraig Harrington gleich drei der letzten sechs Grand-Slam-Turniere. Geben seine Erfolge Ihnen und anderen europäischen Spielern Selbstvertrauen, Zuversicht? Sie geben vor allem Padraig viel Selbstvertrauen, auf mich haben seine Siege indes keinerlei Einfluss – das ist nicht möglich. Aber es ist toll, einen Major-Gewinner im Team zu haben, und es ist schön, hat ein Europäer diese Titel geholt. Ich mag Padraig die Siege gönnen. Schade nur, hat Sergio Garcia bisher noch nie reüssiert.

Sie klassierten sich dieses Jahr zweimal in den Top 10, belegten am US Open auch schon den zweiten Platz. Was fehlt Ihnen für den grossen Coup? Was weiss ich? Ich hätte ein paar Putts mehr versenken sollen. Vielleicht sollte sich der da oben (zeigt gegen den Himmel) mehr um mich, als um andere kümmern. Ich gebe auf dem Golfplatz immer mein Bestes, doch das tun die anderen alle auch – und am Schluss kann es nur einen Sieger geben.

Was halten Sie von den Plänen, Golf olympisch zu machen? Keine Ahnung. Davon höre ich seit Jahren, und doch ist noch nichts passiert.

Würden Sie an Olympischen Spielen teilnehmen? Ja, ich wäre gerne ein Olympionike. Aber wahrscheinlich werde ich längst zurückgetreten sein, wenn es so weit ist (lacht).

Wie hat man in Spanien auf Rafael Nadals Olympiasieg reagiert? Was denken Sie? Die Leute sind vor Freude herumgehüpft.

Können Sie die Feierlichkeiten mit den Ereignissen nach Nadals Wimbledon-Sieg vergleichen? Die Olympischen Spiele sind speziell, weil sie nur alle vier Jahre stattfinden. Doch die Leute, die Nadal und Sport mögen, sind immer glücklich, ob er in Paris, in Wimbledon oder bei Olympia gewinnt. Ausgiebig gefeiert wurde in Spanien auch nach der Fussball-EM.

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