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Russe Ilnur Sakarin holt Etappensieg im Wallis

Der 26-jährige Sakarin gewinnt die 17. Etappe der Tour de France. In der Gesamtwertung führt weiter der Brite Chris Froome.

Nach 184,5 Kilometern: Zakarin wird von zwei Männern geschoben, nachdem er die Ziellinie siegreich überquert hat.
Nach 184,5 Kilometern: Zakarin wird von zwei Männern geschoben, nachdem er die Ziellinie siegreich überquert hat.
Lionel Buonaventure, AFP
Streckenziel mit spektakulärer Aussicht: Zielort der 17. Etappe ist der Stausee von Emosson.
Streckenziel mit spektakulärer Aussicht: Zielort der 17. Etappe ist der Stausee von Emosson.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Ein Radfahrer schützt sich mit einem grossen Schirm vor der prallen Sonne.
Ein Radfahrer schützt sich mit einem grossen Schirm vor der prallen Sonne.
Laurent Gillieron, Keystone
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Der Sieg in der 17. Etappe der Tour de France ging an Ilnur Sakarin. Der 26-jährige Russe vom Team Katjuscha setzte sich nach 184,5 km von Bern ins Wallis nach Finhaut-Emosson solo mit knapp einer Minute Vorsprung vor dem Kolumbianer Jarlinson Pantano vom Schweizer Team IAM durch.

Für Sakarin, 2015 Sieger der Tour de Romandie, war es der erste Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Dieses Duo gehörte einer 13-köpfigen Fluchtgruppe an, die mit über zwölf Minuten Vorsprung vor dem Feld die letzten zwei Steigungen in Angriff genommen hatte.

Nach dreitägigem Zwischenstopp in Bern war die Tour de France weitergezogen Richtung Wallis, wo auf den letzten Kilometern vor dem Ziel Scharen von Fans warteten. Zuvor hatten Tausende den Start und die Fahrt des Feldes durch die Berner Altstadt verfolgt.

Noch ohne Rennambitionen, dafür aber unter grossem Applaus der Zuschauer, passierten die Profipedalleure gegen Mittag den Zytglogge und den Bundesplatz und strebten Richtung Gürbetal, wo das Rennen offiziell freigegeben wurde.

Der mehrtägige Abstecher des grössten Radrennens der Welt in die Schweizer Hauptstadt verlief reibungslos und bei perfektem Sommerwetter. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät zeigte sich entsprechend glücklich. «Alles ging gut, es war eine wunderschöne Etappe», sagte Tschäppät im Regionaljournal von Schweizer Radio SRF.

Sicherheit hoch im Kurs

Nach dem Attentat von Nizza stand das Thema Sicherheit auch in Bern ganz oben auf der Traktandenliste. An den Renntagen am Montag und Mittwoch war die Polizei in Bern gut sichtbar präsent.

Zu grösseren Einschränkungen wegen der Tour de France kam es im öffentlichen Verkehr. Besonders an den Renntagen am Montag und Mittwoch wurde Pendlern und Einheimischen viel Geduld abverlangt. In Bern wurden zahlreiche ÖV-Linien umgeleitet oder verkehrten gar nicht. Pendler werden der Tour deshalb wohl keine Träne nachweinen.

Erstmals in Bern

Auch wenn die Tour de France öfters Abstecher ins Ausland macht, so war die Schweizer Hauptstadt doch erstmals Etappenort in der über hundertjährigen Geschichte des Radsport-Grossanlasses.

Tour-Direktor Christian Prudhomme zeigte sich an einem Empfang am Sitz der Berner Stadtbehörden, im Erlacherhof, sehr angetan von der Bundesstadt. «Was für eine schöne Stadt habt ihr da», lobte er.

Stadtpräsident Tschäppät freute sich über die schönen TV-Bilder aus Bern, die in den letzten Tagen um die Welt gingen. Deren Werbewirksamkeit sei «nicht zu bezahlen».

Kein massiver Einfluss auf den Tourismus

Illusionen macht sich Tschäppät aber nicht. Wegen der Bilder kämen nicht plötzlich tausende zusätzliche Besucher nach Bern. Doch Tourismuswerbung sei eben eine permanente Sache.

Bereits am Sonntag stimmte sich Bern mit einem grossen Velofest auf die Ankunft der Tour de France ein. Am späten Montagnachmittag erreichte die Tour ihr Ziel beim Stade de Suisse. Die lokalen Organisatoren sprachen von rund hunderttausend Zuschauern allein in Bern.

Als Sieger konnte sich der Slowake Peter Sagan feiern lassen. Der gebürtige Berner Radprofi Fabian Cancellara wurde von der Bevölkerung herzlich empfangen. Zum Sieg reichte es «Fäbu» aber nicht ganz. Er erspurtete sich aber immerhin den sechsten Rang.

Am Dienstag legte die Tour in Bern einen Ruhetag ein. Die Fahrer nutzten die Gelegenheit für lockere Ausfahrten in der Umgebung oder gönnten sich ein Bad in der kühlen Aare.

Hoch hinaus

Von Bern nahm das Feld dann Kurs auf das Berner Oberland und von dort weiter ins Waadtland und in den Kanton Wallis. Ziel der 17. Etappe ist nach etwas mehr als 184 Kilometern der Stausee von Emosson. Es ist dies nach Arcalis in Andorra der zweithöchste Zielort der diesjährigen Tour.

Auch unterwegs dürften wiederum tausende Radsportfans ihre Idole anfeuern. Ein besonders begehrtes Plätzchen bei den Fans ist der letzte Anstieg von Martigny nach Finhaut-Emosson. Dort hatten sich bereits am Mittwochmorgen Fans postiert. Der Sieger wird zwischen fünf und sechs Uhr am Ziel erwartet.

Bei Temperaturen von über 30 Grad dürfte die Etappe für die Fahrer zu einer happigen Herausforderung werden.

SDA/kat

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