Die grotesken Folgen der Anti-Israel-Politik

Am Judo-Grand-Slam in Abu Dhabi werden die israelischen Sportler diskriminiert. Die Rolle des Weltverbands ist beschämend.

Und er sang doch: Tal Flicker wehrte sich mit seiner Stimme gegen die Diskriminierung.

Und er sang doch: Tal Flicker wehrte sich mit seiner Stimme gegen die Diskriminierung.

(Bild: AFP)

Weil die Vereinigten Arabischen Emirate den Staat Israel nicht anerkennen, mussten die israelischen Athleten zu den Wettkämpfen in Abu Dhabi ohne den Davidstern auf ihren Tenüs und als Vertreter des Judo-Weltverbands IJF antreten.

Bei der Ehrung für den in der Kategorie bis 66 kg siegreichen Israeli Tal Flicker wurde von den Organisatoren statt seiner Nationalhymne die Musik der IJF gespielt. Flicker liess sich jedoch nicht einschüchtern und sang die israelische Hymne. «Ich habe mich entschieden, die Hatikva zu singen, weil Israel mein Land ist und ich stolz bin Israeli zu sein», erklärte er.

«Es ist eine Schande, dass die Hymne nicht gespielt wurde», schrieb Finanzminister Mosche Kahlon auf Twitter, während die IJF auch auf ihrer Website die Herkunft Flickers verschweigt. Statt dem Kürzel ISR für Israel steht hinter seinem Namen IJF. Zuvor soll der Weltverband angeblich versucht haben, die Organisatoren des Grand Slams davon zu überzeugen, alle Athleten gleich zu behandeln.

Als die ARD-«Sportschau» IJF-Präsident Marius Vizer um eine Stellungnahme bat, hiess es aus dessen Budapester Büro, er sei nicht zu sprechen. Peter Frese, der Präsident des Deutschen Judo-Bundes, wünscht sich, dass das Internationale Olympische Komitee die IJF zur Rede stellt, sagt aber: «Ich bin schon froh, dass die Israelis überhaupt starten durften.»

Schatzmeister des Weltverbandes ist mit Nasser Al Tamini ein Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Verbandschef Vizer stammt aus Rumänien, wurde nach einer Anklage wegen Korruption in seiner Heimat aber Österreicher. Generell steht die IJF unter starkem Einfluss aus Osteuropa, Verbindungen gibt es auch zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, einem begeisterten Judoka.

ak

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt