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«Der Verführer verlässt die Bühne»

Die Schweizer Medien huldigen in ihren heutigen Ausgaben Stéphane Lambiel, der gestern im Alter von erst 23 Jahren seinen Rücktritt gab.

Die Freude am Wettkampf ist zurück: Stéphane Lambiel gibt am 25. Juli sein Comeback bekannt. Das Ziel sind die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver.
Die Freude am Wettkampf ist zurück: Stéphane Lambiel gibt am 25. Juli sein Comeback bekannt. Das Ziel sind die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver.
Keystone
Noch vor rund neun Monaten sah alles anders aus. Lambiel sah keine Perspektiven mehr für Olympia 2010 und hängte seine Schlittschuhe am 16. Oktober 2008 an den Nagel – nur vorläufig.
Noch vor rund neun Monaten sah alles anders aus. Lambiel sah keine Perspektiven mehr für Olympia 2010 und hängte seine Schlittschuhe am 16. Oktober 2008 an den Nagel – nur vorläufig.
Keystone
In Göteborg an der WM 2008 bot Lambiel eine durchzogene Leistung und verletzte sich. Trotz Trainerwechsel und Therapien kam er nicht mehr in Bestform und verlor den Glauben, bis zu Olympia in Vacouver zurückzukommen.
In Göteborg an der WM 2008 bot Lambiel eine durchzogene Leistung und verletzte sich. Trotz Trainerwechsel und Therapien kam er nicht mehr in Bestform und verlor den Glauben, bis zu Olympia in Vacouver zurückzukommen.
Keystone
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Tages-Anzeiger: «Abgang eines Freigeists. Stéphane Lambiel war nie einer, der der Norm entsprach – selbst in der grossen Bandbreite des Eiskunstlaufens. Sein Talent beschränkte sich nicht aufs Springen oder Laufen, er war der Künstler schlechthin auf dem Eis, ein charismatischer Wettkampftyp, der mit seinen Küren die Zuschauer gleichsam begeisterte wie die Richter (über)forderte. (…) Geprägt wurde seine Karriere von drei Konstanten: der Kreativität, dem Erfolg und der Unberechenbarkeit. (…) Den Weg des geringsten Widerstands ist er nie gegangen, und zweimal WM-Gold und Olympiasilber haben ihm Recht gegeben. Nicht nur die Wettkampfszene verliert eine starke Persönlichkeit, auch der Schweizer Sport.»

«Der kleine Prinz dankt ab»

Berner Zeitung:«5 Fernsehkameras, 8 Radiostationen und rund 20 Journalisten erwarteten Stéphane Lambiel gestern im Mediensaal des Stade de Suisse. Das waren verhältnismässig viele für einen Schweizer Einzelsportler, aber wenige für einen, dessen Glanz und Charisma weit über die engen Schweizer Grenzen hinausgestrahlt hatten. (…) Lambiel war mehr als ein Eiskunstläufer. (…) (Er) vereinte südliche Lebenslust und Ausdrucksstärke mit Schweizer Präzision und wurde damit zu einem internationalen Topsportler, wie ihn die Schweiz nur selten hat. (…)Besonders machten ihn aber nicht nur seine Erfolge und die Ausdrucksstärke, sondern auch die Selbstständigkeit, in der er seine Karriere vorwärtstrieb.

«90 Prozent und ein Lächeln»

Basler Zeitung:«Das Interesse ist gross am zierlichen Star, der mit seiner charmanten Art in den letzten Jahren das Eislaufpublikum auf der ganzen Welt verzaubert hat. (…) Denn Lambiel versteht sich nicht nur als Profisportler, sondern auch als Künstler. (…) Von Anfang an begeisterte der sensible Läufer nicht nur mit seiner Technik und seinen unglaublichen Pirouetten, sondern schaffte es vor allem immer wieder, das Publikum mit seiner Ausdrucksstärke in seinen Bann zu ziehen.»

«Unser Eis-König sagt Adieu»

Blick: «Der Verführer verlässt die Bühne. Mit jedem Schritt, jeder Geste, jedem Sprung, jeder Rotation zeigte uns Stéphane Lambiel seine Sensibilität, seine Sehnsüchte, sein Glück, seine Schmerzen. (…) Er hat dem Eiskunstlaufen eine Bedeutung gegeben, die weit über den Sport hinaus reicht. (…) Lambiels Sensibilität macht ihn als Mensch besonders und machte ihn erst zu diesem ausdrucksstarken Sportler. Ohne sie hätte er es nie zum Weltstar gebracht.»

«Eisprinz Lambiel bricht das Märchen ab»

Neue Zürcher Zeitung:«Der Held gibt auf, bevor die Krone erobert ist. (…) Es ist erlaubt, von einem Jahrhunderttalent zu sprechen. Denn es gibt international nur wenige Eiskunstläufer, die sich in das Geschichtsbuch der unvergesslichen Programme eingeschrieben haben wie Lambiel mit seiner «Zebra-Kür» nach Vivaldi und seinem riskant-genialen Flamenco. (…) Da ist der Bub aus einem kleinen Dorf im Unterwallis, der es sich in den Kopf setzt, Eisprinz zu werden. In der Garage probiert er Sprünge und Pirouetten, bis die Socken durchgewetzt sind. (…) Der Rücktritt aus Gesundheitsgründen ist zu respektieren. Trotzdem erscheint er überstürzt. Bei einem Trainingsbesuch vor zwölf Tagen in den USA lag nichts dergleichen in der Luft. (…) Wenn ein Sportler mit der Passion Lambiels jetzt aufhört, muss er mehr als nur körperlich erschöpft sein. Aus dem Märchen ist eine Tragödie geworden.»

«Drang zu Besonderem»

Sportinformation (si):«Es ging ihm nicht in erster Linie darum, die geforderten Elemente möglichst sauber aneinanderzureihen und damit möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern er wollte auch im Wettkampf seine Emotionen rüberbringen und die Zuschauer mit seiner Leidenschaft in den Bann ziehen. (…) Mit seiner Art Eiskunstlauf zu zelebrieren, gehörte Lambiel zu den wenigen, für die das Wort Kunst auch wenn es zählte, Bedeutung hatte. Es drängte ihn immer zum Besonderen. (…) Der Umgang mit Lambiel war für alle nicht immer einfach. Er ist sehr sensibel und lebt seine Emotionen extrem aus. Daher wurde es mit ihm nie langweilig, er war immer wieder für eine Überraschung gut. Seine Umfeld konnte er manchmal in den Wahnsinn treiben.»

20 Minuten:«Adieu Stéph und merci beaucoup»

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