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Der Posterboy einer Revolution

Überflieger Stephen Curry dominiert die NBA. Ist er nur durch eine Regeländerung zu stoppen?

Es lief die Verlängerung im NBA-Spiel zwischen Oklahoma City und dem aktuellen Dominator und Titelverteidiger Golden State Warriors, noch knapp eine Sekunde auf der Uhr: Warriors-Superstar Stephen Curry setzt aus grosser Distanz zum Wurf an und netzt zum 121:118-Siegtreffer ein – 0,6 Sekunden vor der Sirene.

In sozialen Medien waren aktuelle NBA-Spieler und -Legenden kaum zu halten, verneigten sich vor dem MVP der vergangenen Saison. Beispielsweise LeBron James, er twitterte: «Steph Curry muss aufhören! Er ist lächerlich, Mann! Ich habe noch nie jemanden wie ihn in der Geschichte gesehen.» Und Earvin «Magic» Johnson schrieb: «Wenn Currys gewinnbringender Dreier nicht beweist, dass er der beste Schütze ist, den wir je gesehen haben, weiss ich nicht, was es noch benötigt.»

Mit einer tatsächlich fast schon lächerlich wirkenden Leichtigkeit bricht der 27-Jährige munter Rekorde: Unter anderem stellte er den Rekord für verwandelte Dreipunktewürfe in einer Partie ein (12) und verbesserte seine eigene Bestmarke für getroffene Dreier in einer Saison (288). Zum Vergleich: Der zweitbeste Schütze in dieser Saison, Currys Teamkollege Klay Thompson, kommt auf 179 erfolgreiche Distanzversuche.

Gegner schlägt Regeländerung vor

So beeindruckend die Zahlen des «Babyfaced Assassin» (Übers.: Mörder mit dem Babyface) auch sind, so beunruhigt ist die Liga. Denn ein Trend ist erkennbar: Immer mehr Teams werfen öfter hinter der Dreierlinie, versuchen das Erfolgsrezept der «Splash Brothers» Curry und Thompson zu kopieren – nur liegt die Warriors-Trefferquote mit 42 Prozent deutlich über dem Rest. Curry wurde sozusagen zum Posterboy der Dreier-Revolution. Im vergangenen Jahr soll er im Training sogar 77 Dreier in Folge getroffen haben.

Dallas-Boss Mark Cuban hat sich deshalb für eine Verschiebung der Dreierlinie um 17 Zentimeter nach hinten ausgesprochen. «Für das heutige Spiel ist die Linie zu nah am Korb. Ich denke, so würde das Können mehr belohnt und mehr Raum auf dem Feld würde frei», sagte der 57-Jährige.

Der Blick auf eine Statistik genügt jedoch, um diesen Vorschlag ins Leere laufen zu lassen: Keiner trifft von ganz weit weg nur ansatzweise so gut wie Curry. 11 von 22 Versuchen aus über 12 Metern hat er in dieser Saison versenkt – der Durchschnitt trifft von der Dreierlinie, die 7,24 Meter vom Korb entfernt liegt, 35 Prozent seiner Würfe.

Dabei wurde der mittlerweile 1,91 Meter grosse Point Guard in seiner Jugend belächelt. Zu klein, zu dünn, zu schüchtern war er. Bei Auswärtsspielen seines Highschoolteams wurde er sogar gelegentlich gefragt, wie viel Geld sein begabterer Vater wohl zahlen musste, dass Steph in die Schulmannschaft aufgenommen wurde. Und nun fragt sich die ganze Liga, was für Regeländerungen infrage kommen, um die Dominanz des wohl besten Distanzschützen in der Geschichte zu brechen.

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