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Der aufsteigende Stern am Segelhimmel

François Gabart ist der jüngste Sieger der Vendée Globe und hält den Weltrekord für die schnellste Solo-Weltumseglung. Ein Erfolg, der sich abgezeichnet hat.

Strahlender Sieger: François Gabart bei der Ankunft im Ziel nach mehr als zweieinhalb Monaten Einsamkeit auf hoher See.
Strahlender Sieger: François Gabart bei der Ankunft im Ziel nach mehr als zweieinhalb Monaten Einsamkeit auf hoher See.
Reuters
Menschenauflauf: Im Zielort Les Sables-d'Olonne warteten gut 10'000 Fans.
Menschenauflauf: Im Zielort Les Sables-d'Olonne warteten gut 10'000 Fans.
Reuters
Das Arbeitsgerät: Das 18,28 Meter lange Hightechboot Macif.
Das Arbeitsgerät: Das 18,28 Meter lange Hightechboot Macif.
Keystone
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Mehr als zweieinhalb Monate auf sich allein gestellt, getrennt von seinem neugeborenen Sohn und eingeschlossen auf weniger als neun Quadratmetern. Verständlich, dass das nicht jedermanns Sache ist. Einer jedoch kam unter diesen Voraussetzungen hervorragend zurecht: François Gabart. Der Franzose siegte gestern bei der Vendée Globe, der bekanntesten Solo-Weltumseglung. Dabei war das nicht einmal sein Hauptziel: «Ich bin nicht wegen des Sieges gestartet, sondern einfach, um ein gutes Rennen zu segeln. Erst gegen Ende der Regatta merkte ich, dass ich gewinnen kann.»

Der 29-jährige Gabart benötigte für die rund 45'000 Kilometer beim legendären Einhandrennen lediglich 78 Tage, zwei Stunden und 16 Minuten – das ist rund sechs Tage schneller als der bisherige Rekord. Diesen hielt Michel Desjoyeaux, heute Gabarts Mentor, der bei seinem Sieg 2009 84 Tage, drei Stunden und neun Minuten unterwegs war. «Ich kann mir vorstellen, dass man das Rennen in Zukunft auch in 70 Tagen oder noch schneller schafft. Das ist der normale Gang der Dinge», sagt Gabart, der von der französischen Presse gerne als idealer Schwiegersohn bezeichnet wird.

Prägender Segeltörn als Kind

Schon früh entdeckte Gabarts Vater, ein Zahnarzt, das Talent seines Sohnes für die Seefahrt. Mit sechs Jahren übte Gabart junior fleissig Knoten und beobachtete 1989 vom elterlichen Segelboot aus die Teilnehmer der ersten Vendée Globe. Mit sieben Jahren nahmen ihn seine Eltern mit auf einen einjährigen Segeltörn. «Während dieses Jahres habe ich andere Länder und Kulturen kennen gelernt und viele spannende Begegnungen erlebt», schreibt Gabart auf seiner Website. Diese Erfahrung habe ihn geprägt und dazu veranlasst, seinen Weg einzuschlagen.

Sein Werdegang ist eine Segelkarriere aus dem Bilderbuch. Im Alter von 12 Jahren gewann er seine ersten internationalen Segeltitel, später kam zum Segelsport ein Ingenieurstudium hinzu, das er dank enormem Aufwand unter einen Hut mit seinem Sport bringen konnte. Seit gestern ist er der jüngste Sieger der Vendée Globe und hält den Weltrekord für die schnellste Solo-Weltumseglung. Er gilt als grosse Hoffnung des Segelsports, als einer, der nicht nur ein ausgezeichnetes Verständnis für die Technik an Bord seines Schiffes und eine gute Nase für Wind und Wetter an den Tag legt, sondern mit seiner Athletik und Dynamik seinen meist älteren Konkurrenten etwas voraushat.

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