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Christian Stucki siegt beim Kilchberger Schwinget

Für die Berner endete der 15. Kilchberger Schwinget im totalen Triumph. Christian Stucki reichte im Schlussgang gegen seinen Verbandskollegen Matthias Sempach ein Gestellter, um den grössten Triumph seiner Karriere einzufahren.

Der Triumphator und sein Muni.
Der Triumphator und sein Muni.
Keystone
Schwingen ist populär: Die «Bösen» kämpften vor eindrucksvoller Kulisse um Muni, Schellen und Holztruhen.
Schwingen ist populär: Die «Bösen» kämpften vor eindrucksvoller Kulisse um Muni, Schellen und Holztruhen.
Keystone
Ein Gestellter reichte dem 23-Jährigen zum Sieg im 15. Kilchberger Schwinget.
Ein Gestellter reichte dem 23-Jährigen zum Sieg im 15. Kilchberger Schwinget.
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Bereits vor Beginn der 15-minütigen Endausmarchung war den 13'000 Zuschauern klar, dass Stucki für einmal nicht volles Risiko gehen würde. Denn zuvor hatte das 23-jährige Kraftpaket aus Ottiswil (198 cm/141 kg) seinen fünf Gegnern keine grosse Siegchance zugestanden. Gegen den gefährlichen Freiburger Stefan Zbinden benötigte Stucki nur gerade fünf Sekunden und einen Zug, um mit «Lätz» als erster Schwinger in der Geschichte des «Kilchbergers» mit dem Punktemaximum von 50 Zählern in den Schlussgang einzuziehen.

Die Geschichte des Direktduelles der beiden klar besten und variabelsten Schwinger wiederum ist schnell erzählt, weil die Ausgangslage (zu) klar war: Matthias Sempach musste gewinnen, um Stucki noch von der Spitze zu verdrängen, der zuvor makellose Seeländer konnte sich ein «Unentschieden» erlauben. Anfänglich war es Stucki, der die Entscheidung suchte, ab der Hälfte des finalen Kampfes hatte Sempach die besseren Momente. «Der sechste Gang kam mir sehr lange vor», konstatierte Stucki. «Wir waren beide kaputt.»

Stucki, mit zehn Kränzen hinter dem Nordwestschweizer Bruno Gisler (11) der erfolgreichste Schwinger 2008, krönte am Höhe- und gleichzeitigen Schlusspunkt über dem Zürichsee sein ertragreichstes Jahr. «Ich kam erst auf diese Saison hin in Form, weil ich das Training intensiviert hatte. Leute in meinem Umfeld haben mich motiviert mehr zu machen. Das habe ich mir zu Herzen genommen», erklärte der stoische Seeländer Forstwart. Mit sechs Kranzsiegen, unter anderem am Schwarzsee und auf dem Weissenstein, hatte sich der bereits zweifache «Eidgenosse» in die Favoritenrolle manövriert und hielt dem Druck ohne Probleme stand. Mit welcher Leichtigkeit er die Brocken (u.a. Toni Rettich und Zbinden) teilweise aus dem Weg räumte, war beeindruckend.

Die Dominanz der Berner, die in Zukunft mit ihrer jungen Garde noch weiter zulegen dürften, war auf dem Kilchberger Gutsbetrieb «uf Stocken» frappant. Zur Mittagspause hatten neben Stucki und Matthias Sempach, der später mit dem «Blitzsieg» gegen Stefan Fausch (9 Sekunden) sein Husarenstück ablieferte, auch Christian Dick und der Haslitaler Geheimfavorit Matthias Glarner drei Siege auf dem Konto. Beide wurden mit drei Niederlagen in Folge aber noch weit zurückgeworfen. Dafür hielt sich der junge Simon Anderegg mit je drei Siegen und Gestellten in der erweiterten Spitzengruppe.

Zu den grossen Verlierern zählten die Innerschweizer und die Nordostschweizer. Ironie des Schicksals war, dass mit dem 35-jährigen Zuger Alois Schillig der mit Abstand älteste Verbandsvertreter die Ehre der Innerschweizer rettete. Dank fünf Siegen in Folge, unter anderem gegen Glarner und Fausch, arbeitete sich Schillig im Gegensatz zu anderen Spitzenschwingern noch weit (auf Rang 3) vor. Andere wie Peter Imfeld oder insbesondere Martin Grab zogen einen ganz schwachen Tag ein. Grab, der heuer nie auf konstantem Niveau schwingen konnte, fiel schon vor der Mittagspause nach drei Gängen mit zwei Niederlagen ausser Traktanden. Und der ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis gezählte Philipp Laimbacher liess sich in seinen letzten beiden Auftritten von Matthias Sempach und Thomas Zaugg leichtfertig düpieren.

Forrer und Fausch enttäuschten Beste der insgesamt enttäuschenden NOS-Fraktion waren Arnold Forrer (Rang 8b) und Stefan Fausch (8c). Forrer, der im Verlauf der Saison der erfolgreichste Vertreter aus der Nordostschweiz war, brachte sich mit zwei Gestellten zu Beginn (gegen Philipp Laimbacher und Anderegg) sogleich aus der Entscheidung. Für Fausch lag das erklärte Ziel Schlussgang schon nach dem zweiten Kampf und dem «Nuller» gegen den unverwüstlichen Freiburger Hans-Peter Pellet ausser Reichweite. Andere wie der 37-jährige Churer Stadtpolizist und 100-fache Kranzgewinner Toni Rettich, der in Kilchberg zum dritten und definitiv allerletzten Mal antrat, schwangen zur Freude der Zuschauer im (offensiven) Bereich ihrer Möglichkeiten.

Für die beste Klassierung der Nordwestschweizer war nicht wie erwartet Bruno Gisler, sondern Mario Thürig besorgt. Der Aargauer Student war mit einer Niederlage gegen Matthias Glarner gestartet, rollte dann aber das Feld von hinten auf. Vier Siege und ein Gestellter gegen Noldi Forrer zum Schluss führten den siebenfachen Kranzgewinner Thürig noch auf Rang 5.

si/cal

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