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Bolt gewinnt hochklassigen Sprint

Während Usain Bolt in Brüssel beim letzten Golden-League- Meeting der Saison für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte, ist die kenianische 800-m-Läuferin Pamela Jelimo um eine Million Dollar reicher.

Hochklassiger Sprint: Bolt schlägt Powell in Brüssel.
Hochklassiger Sprint: Bolt schlägt Powell in Brüssel.
Keystone

Sie profitierte von der Niederlage der kroatischen Hochspringerin Blanka Vlasic.

Der dreifache Olympiasieger Usain Bolt demonstrierte in dem mit grosser Spannung erwarteten 100-m-Duell gegen Asafa Powell eindrücklich, dass er derzeit nicht zu schlagen ist. Die beiden Jamaikaner lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau. Zur Hälfte des Rennens lag Powell, der am Dienstag in Lausanne mit 9,72 die zweitbeste je erzielte Zeit über 100 m gelaufen war, dank des besseren Starts deutlich vor Bolt, dessen unwiderstehlichem Schlussspurt (Bolt musste für einmal durchziehen) hatte er allerdings nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Erst fünf schnellere 100er

«Thunderbolt» machte seinem Spitznamen einmal mehr alle Ehre: Trotz kühler Witterung, nasser Bahn und einem Gegenwind von 1,3 m/s erreichte der Weltrekordhalter 9,77 Sekunden - erst fünfmal war ein 100-m-Sprint schneller absolviert worden.

Bei besseren Bedingungen wäre definitiv eine tiefere Zeit herausgekommen, sagte Bolt, der nun für verdiente Ferien in seine Heimat zurückkehren wird, wo er sich ein Haus kaufen will. Das Wichtigste sei jedoch gewesen, dass er die Saison verletzungsfrei habe beenden können.

Powell, der beim fünften Start in Brüssel erstmals bezwungen wurde, blieb mit 9,83 ebenfalls unter seinem alten Stadionrekord (9,84). Er sei diesmal schon viel näher dran gewesen, erklärte der Olympia-Fünfte und fuhr fort: Heute sei er auch mit dem 2. Platz zufrieden. Der Stress vor dem Rennen sei sehr gross gewesen. Hinter dem Topduo klaffte eine riesige Lücke: Der drittklassierte Nesta Carter (Jam) verlor drei Zehntel auf Bolt. Der amerikanische Weltmeister Tyson Gay hatte am Donnerstag kurzfristig Forfait erklärt.

Jelimo souverän

Pamela Jelimo liess über 800 m wie erwartet nichts mehr anbrennen und setzte ihren Siegeszug auch im sechsten Golden-League- Meeting fort. Damit sicherte sich die 18-jährige Kenianerin aus Kapsabet im Rift Valley, die in Peking als erste Frau ihres Landes eine Olympia-Goldmedaille gewonnen hat, ganz allein den Jackpot von einer Million Dollar.

Jelimo lief einmal mehr nur gegen die Uhr. Angeführt von der russischen ·Edel-Tempomacherin· Swetlana Kljuka (Olympia-Vierte von Peking) absolvierte sie die erste Bahnrunde in 55,41 noch schneller als in Zürich (55,66), wo sie mit 1:54,01 in der Weltbestenliste auf Rang 3 vorgerückt war. Danach brach sie allerdings ein wenig ein, sodass sie sich mit 1:55,16 begnügen musste. Dennoch nahm sie der Olympia-Zweiten und Weltmeisterin Janeth Jepkosgei (Ken) 3,69 Sekunden ab.

Jelimos Dominanz ist eine schier unglaubliche Geschichte, da sie erst seit diesem Jahr über 800 m läuft. Davor war sie über 200 und 400 m angetreten und hatte für sich in der Leichtathletik eigentlich keine Zukunft gesehen.

Vlasic verlor nach Gold auch 500 000 Dollar

Vlasic, die sich nach den Siegen in Berlin, Oslo, Rom, Paris und Zürich ebenfalls Hoffnungen auf einen Teil am Jackpot machen konnte, zeigte Nerven. Die 24-jährige Kroatin kam überhaupt nicht auf Touren. Bereits 1,94 meisterte sie erst im dritten Versuch; je einen weiteren Fehlversuch verzeichnete sie auf 1,97 und 2,00. Bei 2,02 war dann Schluss für Vlasic, wodurch sie sich hinter der Deutschen Ariane Friedrich, die ebenfalls 2,00 im zweiten Versuch übersprang, jedoch 1,97 im ersten Anlauf überquert hatte, mit Rang 2 begnügen musste.

Ein Blick in die Statistik macht die Niederlage noch bitterer: Zuvor war Vlasic in dieser Saison zehnmal 2,02 und höher gesprungen. Es ist für sie der zweite herbe Dämpfer, nachdem sie in Peking nach zuvor 34 Siegen in Serie lediglich Olympia-Silber geholt hatte.

Geschlagene Olympiasieger

Klare Niederlagen setzte es für die Olympiasieger Brimin Kipruto (Ken/3000 m Steeple), Wilfred Bungei (Ken/800 m) und Andreas Thorkildsen (No/Speer) ab. Kipruto wurde zwar in 8:10,26 Zweiter, sein Rückstand auf Landsmann Paul Kipsiele Koech, der die Qualifikation für Peking um neun Hundertstelsekunden verpasst hatte, betrug allerdings satte 5,27 Sekunden. Die Niederlage war jedoch keine Überraschung, denn Kipsiele Koech führt die Jahresweltbestenliste deutlich an. Bungei (1:46,01) wurde in dem von Youssef Saad Kamel (Bahrain/1:44,56) gewonnenen Wettkampf lediglich Siebter. Thorkildsen (82,39) schaffte als Dritter immerhin den Sprung aufs Podest; Rang 1 belegte der finnische Weltmeister Tero Pitkämäki (85,32).

Im 100-m-Rennen der Frauen feierte die Einheimische Kim Gevaert einen gelungenen Abschluss ihrer Karriere. Die Doppel-Europameisterin von 2006 (100 und 200 m) und Olympia-Silbergewinnerin 2008 mit der belgischen Sprintstaffel setzte sich in 11,25 deutlich vor Debbie Ferguson (Bah/11,32) und Me'Lisa Barber (USA/11,37) durch und sorgte damit für Begeisterungsstürme. Nun will Gevaert eine Familie gründen.

si/fal

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