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Boxsensation von Düsseldorf

Er provozierte, boxte schnell und hart – und Tyson Fury entthronte Wladimir Klitschko. Eine elfjährige Ära war in der Nacht zu Ende.

Sieger nach Punkten: Tyson Fury (r.) schlägt den amtierenden Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko nach zwölf Runden. (29. November 2015)
Sieger nach Punkten: Tyson Fury (r.) schlägt den amtierenden Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko nach zwölf Runden. (29. November 2015)
Martin Meissner/AP, Keystone
Wer blinzelt zuerst? Beim traditionellen «Staredown» am Freitag, 27. November 2015, in Essen ging Klitschko noch als Sieger hervor - nach etwa fünf Sekunden begannen Furys Lider zu flattern.
Wer blinzelt zuerst? Beim traditionellen «Staredown» am Freitag, 27. November 2015, in Essen ging Klitschko noch als Sieger hervor - nach etwa fünf Sekunden begannen Furys Lider zu flattern.
Martin Meissner/AP, Keystone
Tapferer Verlierer: Wladimir Klitschko verlässt an der Seite seiner Frau Hayden Panettiere die Halle.
Tapferer Verlierer: Wladimir Klitschko verlässt an der Seite seiner Frau Hayden Panettiere die Halle.
Sebastian Konopka/AP, Keystone
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Wladimir Klitschko ist die Titel der drei grossen Welt-Boxverbände IBF, WBO und WBA los. Der 39-jährige Ukrainer wurde überraschend von dem 12 Jahre jüngeren Briten Tyson Fury entthront. Vor rund 45'000 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena kassierte der haushohe Favorit Samstagnacht nach zwölf Runden eine einstimmige Punktniederlage (112:115, 112:115, 111:116).

Klitschko, der vor dem Kampf auf eine über elfjährige Ära zurückblickte, in der er nicht bezwungen wurde, verlor seine 19. Titelverteidigung. Der unorthodox in beiden Auslagen boxende Fury blieb auch in seinem 25. Kampf ungeschlagen, Klitschko verliess den Ring nach seinem 68. Profikampf zum vierten Mal als Geschlagener.

«Wladimir war irgendwie zu verkrampft»

«Ich fand einfach kein Rezept. Tyson Fury war sehr schnell und unglaublich flink für seine Körpergrösse. Er war einfach besser», kommentierte Wladimir Klitschko, der mit seinen 1,98 m für einmal auf einen grösseren Widersacher traf (2,06 m). «Wladimir hätte mehr riskieren sollen, mehr den Infight suchen», meinte Wladimirs älterer Bruder, der frühere WBC-Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko. «Er hätte mehr Körpertreffer anstreben sollen. Doch Wladimir war irgendwie zu verkrampft», urteilte mit Lennox Lewis (Gb) ein anderer früherer Schwergewichts-Weltmeister.

Fury war derweil extrem agil. Er beherrschte das Geschehen mit seinem ständig pendelnden Oberkörper und explosiven Auslagen-Wechsel mehrheitlich, während Klitschko kaum Treffer landete und nie in den Kampf zu kommen schien. Zudem verzeichnete der Titelverteidiger schon in der ersten Kampfhälfte ein erstes Cut unter dem linken Auge, ein zweites folgte auf der anderen Gesichts-Seite in der zehnten Runde.

Ein Ständchen für die Ehefrau

Selbst ein Punktabzug in der 11. Runde wegen Schlagens an den Hinterkopf konnte Furys Erfolg nicht mehr gefährden. Einmal hielt er sogar beide Hände nach hinten, um Klitschkos Ratlosigkeit zu parodieren. «Da ist ein Traum wahr geworden. Sechs Monate habe ich mich darauf vorbereitet. Ich kann es kaum glauben», sagte Fury und sang noch im Ring ein Ständchen für seine Frau. Klitschko bestätigte derweil Rückkampf-Klausel. Diese würde ihm eine baldige, wenn nicht gar sofortige Revanche ermöglichen. Allerdings wollte Wladimir Klitschko die Fortsetzung seiner Karriere nach dem Kampf noch nicht bestätigen.

si/chi

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